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Börse Frankfurt-News: Schnäppchenjagd in Spanien (Auslandsaktien)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 17. Oktober 2013. Mit den ersten Anzeichen einer Trendwende in Spanien interessieren sich Anleger wieder für iberische Aktien. Ein Einstieg im Sommer hat sich gelohnt.

Es geht aufwärts am spanischen Aktienmarkt - und das in einem rasanten Tempo. Der Leitindex IBEX, mit Ausbruch der Finanzkrise meist auf Kurs gen Süden, hat seit Ende Juni um 30 Prozent zugelegt. Damit stellt der spanische Index den DAX, der im selben Zeitraum um 14 Prozent nach oben geklettert ist, weit in den Schatten. 'An dem Anstieg haben Bankwerte wie Banco Santander und BBVA einen großen Anteil', erklärt Roland Stadler von der Baader Bank. Der Kurs von Banco Santander ( WKN 858872 ) ist seit Ende Juni um 38 Prozent gestiegen, der von Banco Bilbao Vizcaya Argent BBVA ( WKN 875773 ) sogar um 44 Prozent.

Dass Anleger wieder in spanische Aktien investieren, hat durchaus seinen Grund. Vielen Experten sind mittlerweile davon überzeugt, dass das Land über den Berg ist: Die lange extrem hohen Leistungsbilanzdefizite wurden abgebaut, zuletzt sogar ein Überschuss erzielt. Daneben sind die Lohnstückkosten deutlich zurückgegangen - Zeichen für steigende Wettbewerbsfähigkeit. Allein die Arbeitslosigkeit verharrt immer noch auf hohem Niveau, weitreichende Reformen machen aber Hoffnung auf eine baldige Trendwende.

Baukonzern auf Erholungskurs

Geradezu explodiert ist der Kurs von Sacyr Vallehermoso. Seit April hat sich die Notierung mehr als verdreifacht, wie Stadler berichtet. Am heutigen Donnerstag kostet der Dividendentitel an der Börse Frankfurt ( WKN 853624 ) 3,85 Euro. Anleger gehen offenbar davon aus, dass der spanische Mischkonzern, vor allem in den Bereichen Bau und Immobilienentwicklung tätig, die Wende geschafft hat. Die dramatische Immobilienkrise im Land hatte Sacyr Vallehermoso schwer zugesetzt - die Aktie kostete vor der Krise über 40 Euro.

Inditex-Strategie überzeugt

Schon viele Jahre Freude haben Anleger unterdessen an Aktien des spanischen Modekonzerns Inditex, bekannt für seine Zara-, Bershka- und Massimo Dutti-Läden: Nach einer Kursvervierfachung in den Jahren 2008 bis 2012 und einem dann eher schwachen ersten Halbjahr 2013 befindet sich der Dividendentitel seit einigen Monaten wieder auf Kletterkurs: Am heutigen Donnerstag wird er an der Börse Frankfurt ( WKN 756434 ) zu 115 Euro gehandelt, Ende Juni waren es nur 92 Euro. 'Inditex setzt auf häufigen Kollektionswechsel sowie günstige Kleidung und hat früh die Bedeutung Asiens und auch des Online-Handels erkannt', erklärt Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. Die Zahlen für das Ende Juli zu Ende gegangene erste Halbjahr hätten abermals unterstrichen, dass die Strategie richtig sei. 'Auch das dritte Quartal ist gut angelaufen.'

Repsol profitiert von Neuaufstellung

Immerhin um gut 20 Prozent ging es für die Aktie des spanischen Ölkonzerns Repsol ( WKN 876845 ) seit Ende Juni nach oben. Nach einem schwierigen Jahr 2012 scheint der Konzern wieder auf der Erfolgsspur zu sein. 'Repsol will sich strategisch neu aufstellen: Die Beteiligung am spanischen Gasversorger Gas Natural soll zum großen Teil verkauft werden, dafür will sich das Unternehmen jetzt im US-Ölgeschäft engagieren', erklärt Vorhauser. Zuvor hatte sich Repsol bereits von seinem Flüssiggasgeschäft getrennt. Auch die Zahlen stimmen: Im ersten Halbjahr konnte Repsol dank guter Geschäfte in allen Unternehmensteilen ein Gewinnplus erzielen. 'Die Umstrukturierung scheint auch bei den Anlegern Zustimmung zu finden', bemerkt Vorhauser mit Blick auf den Aktienkurs.

Telefónica: Kursplus von einem Drittel

Ebenfalls einen Satz noch oben machte die Aktie des spanischen Telefonriesen Telefónica ( WKN 850775 ), wie Stadler berichtet. Während der Dividendentitel Ende Juni an der Börse Frankfurt noch 9,61 Euro kostete, sind es jetzt 12,77 Euro - ein Plus von 33 Prozent. 'Das hängt auch mit den Übernahmen in der Branche zusammen, vor allem dem Verkauf von E-Plus an die Telefónica-Tochter O2.' Telefónica ist hoch verschuldet und strukturiert daher um, zuletzt wurde das Irlandgeschäft verkauft, aktuell laufen Verkaufsgespräche über die Tschechien-Tochter.

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von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

© 17. Oktober 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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