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Börse Frankfurt-News: Wer heute geht, muss morgen wiederkommen (Marktsentiment)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. November 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine ganze Reihe der befragten professionellen Anleger nehmen scheinbar Gewinne mit, um beim erwarteten Rücksetzer wieder einzusteigen, während die Privaten weiter kaufen - beides nicht ohne Risiko.

Den Optimisten unter den mittelfristig orientierten Marktteilnehmern hat die Entwicklung des DAX seit der verherigen Erhebung der Börse Frankfurt Gewinne gebracht. Gewinne, die man mancherorts nicht so schnell erwartet hatte. Denn die Entwicklung des Börsenbarometers in den Wochen zuvor markierte zwar überwiegend Kurse oberhalb der 9.000er Linie. Allerdings sind die täglichen Ausschläge über weite Strecken sehr moderat ausgefallen und der Vormarsch auf neue historische Hochs hat sich im Zeitlupentempo vollzogen.

Das hat sich erst mit der Zinssenkung der EZB am vergangenen Donnerstag geändert. Und weil das Gros der Akteure diesen Schritt erst für Dezember erwartet hatte, gab es vor allem im kurzfristigen Handel Eindeckungskäufe, die den DAX nach oben katapultierten. Offenbar genug, um vermutlich die zuletzt hinzugekommenen Optimisten unseres Panels zu Gewinnmitnahmen zu verleiten. In der Folge hat sich der Bull/Bear-Index wieder auf das Niveau von vor 14 Tagen zurückgebildet.

Damit stellt sich für unvoreingenommene Beobachter natürlich die Frage, warum dieser Teil unseres Panels - es handelt sich immerhin um 8 Prozent der Befragten - die teils aufgebauten Absicherungspositionen nicht wieder aufgelöst hat. Dabei war doch der DAX am vergangenen Freitag für kurze Zeit nicht nur unter das Niveau gefallen, bei dem sich diese Akteure vor einer Woche als Käufer gezeigt hatten. Vielmehr ergab sich mit DAX-Ständen von rund 8.990 Zählern auch noch eine optisch günstige Kaufgelegenheit. Die Kauf-Strategie der Vorwoche hätte man also ohne weiteres wiederholen können. Allerdings mag der recht schnelle Kursrückgang innerhalb von 24 Stunden sowie die damit neu aufgekeimten Befürchtungen, die US-Notenbank könnte wegen des sehr gut ausgefallenen Arbeitsmarktberichts nun doch schon im Dezember ihre Anleihekäufe zurückfahren, den ein oder anderen Händler zum Zögern veranlasst haben.

Privatanleger koppeln sich ab

Bei den Privatanlegern ergibt sich indes ein völlig anderes Bild. Hier kam es interessanterweise nicht zu Gewinnmitnahmen. Vielmehr ist das Bullenlager weiter angestiegen und bewegt sich mit einem Bull/Bear-Index von 61,8 Punkten in den oberen Umfrage-Sphären des laufenden Jahres. Gut möglich, dass sich diese Investoren vom Hype um die Twitter-Emission beeinflussen ließen und mehr Vertrauen in den Aufwärtstrend des Aktienmarktes als ihre institutionellen Pendants haben.

Man sollte aber in diesem Zusammenhang nicht vergessen: Vielen institutionellen Investoren reicht es nicht, lediglich am Aufwärtstrend des DAX teilzunehmen, sondern sie müssen noch ein paar Prozente mehr Gewinn als die Mitstreiter generieren. Zwar verlieren auch diese Marktteilnehmer sicherlich nicht den langfristigen Aufwärtstrend des DAX aus den Augen, müssen aber dennoch die eine oder andere Korrektur handeln. Dies war in der ersten Hälfte dieses Jahres noch genau umgekehrt: Man traute dem längerfristigen Trend des DAX nicht über den Weg, war aber immerhin bereit, bei Gewinnmitnahmen ein wenig mehr Geduld zu zeigen. Die Strategie, Abwärtskorrekturen beim DAX auszunutzen, um auf niedrigerem Niveau wieder einzusteigen, ist bekanntermaßen nicht ungefährlich. Und zwar dann, wenn der Aktienmarkt die gewünschten Rücksetzer nicht zustandebringt und die neuen Bären von heute - auch wenn sie nur kurzfristig handeln sollten - einem sich verstärkenden Aufwärtstrend hinterher rennen müssen.

von Joachim Goldberg, cognitrend für boerse-frankfurt.de

© 13. November 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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