MOSKAU/BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes sind am Dienstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen.
In Moskau legte der RTS-Interfax-Index um 0,52 Prozent auf 1.246,40 Punkte zu.
In Budapest fiel der Bux hingegen um 0,58 Prozent auf 16.398,39 Zähler. Der zwischenzeitliche Dreh in die Gewinnzone erwies sich als nicht nachhaltig, wohingegen die meisten übrigen europäischen Börsen ihre Kursgewinne bis zur Schlussglocke verteidigen konnten. Als positiv für die Kursentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks werteten Marktbeobachter die Hoffnung auf Stützungsmaßnahmen seitens der Notenbanken sowie solide US-Einkaufsmanagerdaten.
Klarer Tagessieger im Bux waren E-Star Alternative mit einem kräftigen Kursplus von 14,95 Prozent auf 1.637 Ungarische Forint. E-Star Polska, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Unternehmens, hatte von der polnischen Bank Zachodni WBK ein Angebot für einen Refinanzierungskredit im Umfang von 36 Millionen Zloty für die Übernahme des polnischen Mitbewerbers EETEK erhalten. Das Geschäft hatte der Versorger im Juli des Vorjahres abgeschlossen.
Magyar Telekom gingen indes mit einem Minus von 0,93 Prozent auf 425 Forint aus dem Handel. Das Telekomunternehmen hatte am Vorabend mitgeteilt, die Steuerlast für die am 1. Juli in Kraft tretende Telekomsteuer würde sich im laufenden Jahr auf acht Milliarden Forint belaufen. Bisher war von zehn MIliarden Forint ausgegangen worden.
In Warschau verlor der Wig-20 1,83 Prozent auf 2.039,72 Zähler. Der breiter gefasste Wig-Index sank um 1,70 Prozent auf 36.653,28 Punkte.
PBG brachen um knapp die Hälfte ihres Wertes auf 7,86 Polnische Zloty ein, nachdem die Aktien bereits am Vortag prozentual zweistellig verloren hatten. Der Baukonzern hatte am Vorabend seine Entscheidung zur Einreichung eines Insolvenzantrages bekannt gegeben.
In einem europaweit starken Bankensektor gewannen Bank Handlowy 1,13 Prozent auf 71,50 Zloty und reihten sich damit in die recht kurze Gewinnerliste im Wig-20 ein. Die Aktien der Branchenkollegen BRE Bank und PKO Bank gaben indes um 2,22 Prozent auf 255,70 Zloty beziehungsweise um 1,42 Prozent auf 31,2 Zloty nach.
Bank Pekao lagen zur Schlussglocke gar 4,26 Prozent im Minus bei 130,20 Zloty. Das Tochterinstitut der italienischen Unicredit hatte jüngst Schritte zur Neuvermarktung seines Filialnetzes angekündigt. Kosten lasse sich die Bank die Maßnahme jeweils 20 Millionen Zloty im laufenden und im nächsten Jahr, schrieben die Experten von KBC Securities in ihrem täglichen Kommentar zu den osteuropäischen Aktienmärkten. Als Überraschung werteten sie den Schritt, der auf eine europaweite Vereinheitlichung der UniCredit-Marke abziele, aber nicht.
TVN gingen mit einem Minus von 3,95 Prozent auf 7,78 Zloty aus dem Handel. Der Medienkonzern hatte einen Vertrag zum Verkauf seiner Onet-Anteile an ein Konsortium des Schweizer Ringier-Verlages und des deutschen Axel-Springer-Verlags unterzeichnet, wie am Vorabend bekannt geworden war.
In Prag legte der PX um 1,24 Prozent auf 874,6 Punkte zu. An der Börse sei die Investorenaktivität - nicht zuletzt bedingt durch den Börsenfeiertag in London - gering geblieben, verlautete es aus Marktkreisen. Konjunkturseitig standen die Einzelhandelsumsätze für April auf der Agenda der Datenveröffentlichungen. Diese waren auf Jahresbasis um saisonal unbereinigte 4,1 Prozent zurückgegangen.
Angeführt wurde die Kurstafel in Prag von New World Resources (NWR), die um 5,59 Prozent auf 96,40 Tschechische Kronen zulegten. Zwar hätten die Analysten der Komercni Banka ihr Kursziel für die Aktie nach unten revidiert, gleichzeitig aber das Votum von 'sell' auf 'hold' hoch genommen, berichtete ein Händler.
Stärkere Gewinne gab es auch bei den Finanzwerten Erste Group und Vienna Insurance Group . Während die Titel der österreichischen Bank um 1,10 Prozent auf 369,00 Kronen zulegten, gewannen die Aktien des ebenfalls aus Österreich stammenden Versicherers 1,81 Prozent auf 730,00 Kronen./ana/APA/he/she
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