FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der zwei Tage anhaltenden Erholungsbewegung ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag mit Verlusten in den Handel gestartet. Händler verwiesen als Belastung auf die nachgebenden Asien-Börsen sowie die Nachwirkungen enttäuschender Aussagen von Ben Bernanke. Der Dax fiel am Ende der ersten Handelsstunde um 1,14 Prozent auf 6.073,93 Punkte. Schon am Vortag hatte der Fed-Chef den Anlegern die gute Laune ein Stück weit verdorben und dem Dax einen Großteil seiner zuvor erzielten Gewinne abgenommen. Letztendlich hatte der Dax an den vergangenen beiden Handelstagen aber dennoch fast drei Prozent zugelegt. Der MDax fiel am Freitag um 1,53 Prozent auf 10.072,04 Zähler und der TecDax verlor 1,39 Prozent auf 738,46 Punkte.
Laut Roger Peeters, Vorstand von Close Brothers Seydler Research, war Bernanke am Vortag ein 'Spielverderber'. 'Seine pessimistischen Worte haben keine neuen Einsichten in die weitere Geldpolitik der Amerikaner gegeben', so der Experte. In Sorge um die wirtschaftlichen Aussichten seien daher im späten New Yorker Handel Gewinne mitgenommen worden. Entsprechend im Minus liegende US-Futures geben gepaart mit dem schwachen Abschneiden der asiatischen Börsen eine negative Tendenz für die europäischen Märkte vor. Positive Impulse aus dem ersten Zinsschritt der chinesischen Notenbank seit 2008 waren in China schnell verpufft. Zudem macht die Eurozone neue Sorgen, nachdem die Ratingagentur Fitch am Vorabend die Kreditwürdigkeit Spaniens um gleich drei Stufen gesenkt hat.
COMMERZBANK WEIT HINTEN - FMC EINZIGER DAX-GEWINNER
Gegenüber den vergangenen Handelstagen war aufgrund der nachgebenden Märkte ein Favoritenwechsel zu verzeichnen. Die am Vortag kräftig gestiegenen Titel der Commerzbank gehörten mit einem Minus von 3,70 Prozent auf 1,380 Euro zu den schwächsten Dax-Werten. Und auch die zuletzt sehr freundlichen Aktien aus dem Autosektor neigten zur Schwäche: Volkswagen büßten beispielsweise 2,75 Prozent ein, nachdem die UBS die Titel auf ihre 'Least Preferred List' aufgenommen hat. Auf der Gewinnerseite stand im ganzen Leitindex nur ein einziger Wert: Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) legten um 0,44 Prozent zu.
Im MDax waren die Celesio-Aktien nach einer positiven Analystenstimme ein Lichtblick. Sie zogen um 3,68 Prozent auf 11,405 Euro an. Gestützt wurden sie von einer Hochstufung auf 'Outperform' von Cheuvreux. Nach dem massiven Kurseinbruch seit Februar tritt aus Sicht von Analyst Oliver Reinberg ein attraktives Gewinnwachstum in den kommenden drei Jahren und eine zunehmende Berechenbarkeit zu Tage. Sky Deutschland dagegen lagen mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent weit hinten im Index mittelgroßer Werte. Sie profitierten folglich nicht davon, dass die Deutsche Telekom nach dem Verlust der Senderechte an den Bezahlsender ihr Fußballprogramm Liga Total aufgeben will und von einer künftigen Einspeisung der Sky-Bilder ausgeht./tih/rum
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