KUALA LUMPUR (dpa-AFX) - Erfolgreicher Milliarden-Börsengang des malaysischen Palmölherstellers Felda: Die Aktien des Unternehmens stiegen am ersten Handelstag um bis zu 20 Prozent. Damit legte Felda das bisher beste große Börsendebüt in diesem Jahr auf das Parkett. Und auch gemessen am Volumen spielt der Rohstoffproduzent in der ersten Liga: Mit einem Erlös von 3,3 Milliarden Dollar war es nach Facebook der zweitgrößte Börsengang des Jahres weltweit. Doch anders als bei Facebook gelang der Start an der Börse - die Papiere des US-amerikanischen sozialen Netzwerks hatten ein holpriges Debüt und verloren seit der Börsennotierung an Wert.
Die Felda-Papiere hoben am ersten Handelstag dagegen ab. Sie wurden für 4,55 Ringgit an institutionelle Investoren verkauft und für 4,45 Ringgit an Privatanleger. Das Unternehmen hat mit 90 Prozent der verfügbaren Aktien einen ungewöhnlich hohen Anteil an Anleger aus Malaysia verkauft. Deswegen gab es am ersten Handelstag vor allem eine starke Nachfrage von institutionellen Investoren aus dem Ausland. Das Papier des staatlich kontrollierten drittgrößten Palmölproduzenten weltweit schoss in den ersten Minuten des Handels bis auf 5,46 Ringgit hoch - zum Handelsschluss verzeichnete es mit 5,30 Ringgit immer noch ein Plus von mehr als 16 Prozent.
Felda-Chef Sabri Ahman hatte vor gut einer Woche mitgeteilt, die Nachfrage institutioneller Investoren habe das Angebot an Aktien während der Zeichnungsphase um das 40-fache überstiegen. Felda hatte den Ausgabekurs unterhalb der ursprüngliche angepeilten Preisspanne festgelegt. 'Wir wollten den Anlegern etwas liefern, woran sie sich erfreuen können', sagte der Chef in einem Interview.
In Malaysia begab sich das mit 19,4 Milliarden Ringgit (4,9 Mrd Euro) bewertete Unternehmen auf vergleichsweise ruhiges Börsenterrain: Die Börse in Kuala Lumpur war kaum wie andere Finanzplätze vom Kurseinbruch wegen der Euroschuldenkrise betroffen. Chef Sabri hält sein Geschäft für stabil: 'Die Ernährungsindustrie ist ziemlich widerstandsfähig gegen eine Rezession', sagte er. 'Solange China und Indien Öle und Fette kaufen, bleibt die Nachfrage bestehen. Die Schuldenkrise sollte keine großen Auswirkungen haben.' Neben Palmöl produziert das Unternehmen auch Zucker und Kautschuk.
Palmöl wird aus der Ölpalme gewonnen und ist Bestandteil zahlreicher Lebensmittel. Das Öl wird zudem vor allem in Asien und Afrika zum Kochen und Braten verwendet. Wegen der Nutzung als Biokraftstoff stehen Palmölproduzenten dagegen immer wieder in der Kritik: Für die ertragreiche Öl-Pflanze würden zu große Flächen an naturbelassenem Regenwald abgeholzt, monieren Kritiker. Malaysia gehört neben Indonesien zu den größten Palmölproduzenten weltweit./men/she/wiz
powered by plista