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Daimler-Rechtschefin soll bei VW für Ordnung sorgen

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Als Konsequenz aus dem Abgasskandal schafft Volkswagen einen neuen Vorstandsposten für Unternehmensintegrität und wirbt dafür die Rechtschefin von Daimler, Christine Hohmann-Dennhardt, ab.

Die 65-jährige Juristin werde am 1. Januar 2016 zu Volkswagen als Vorstand für Integrität und Recht wechseln, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch habe seinen Daimler-Amtskollegen Manfred Bischoff gebeten, die ehemalige Verfassungsrichterin Hohmann-Dennhardt dafür vorzeitig gehen zu lassen.

Ein Wechsel von einem Autobauer zum anderen im Top-Management ohne Auszeit ist ungewöhnlich. Doch Daimler sorgt sich angesichts des massiven VW-Skandals offenbar um den Ruf der gesamten Autoindustrie. Bischoff habe in Abstimmung mit dem Aufsichtsrats-Präsidium dem Wunsch von Pötsch im Interesse einer guten Unternehmensführung der deutschen Automobilindustrie entsprochen, erklärte Daimler.

Hohmann-Dennhardt, früher Richterin am Bundesverfassungsgericht und Wissenschaftsministerin unter SPD-Regierung in Hessen, hatte bei Daimler seit 2011 die internen Kontrollen und Vorkehrungen gegen Rechtsverstöße auf Vordermann gebracht. Ihr Einsatz war Folge von Bestechungsvorwürfen der US-Börsenaufsicht gegen den Konzern. Der Stuttgarter Autobauer soll außerhalb des US-Marktes, in China, Russland und dem Baltikum den Absatz mit unlauteren Mitteln gefördert haben. Daimler bekannte sich schuldig und vermied durch einen Vergleich mit 185 Millionen Dollar Bußgeld einen Prozess. Die US-Behörden machten dem Konzern zur Auflage, ein neues Kontrollsystem gegen Bestechung einzuführen und sich dabei von 2010 bis 2013 von einem Beauftragten des US-Justizministeriums überwachen zu lassen. Inzwischen sei die Regeltreue fest in der Unternehmenskultur verankert, erklärte Daimler.

Hohmann-Dennhardt muss nun mithelfen, den gravierenden Vertrauensverlust von Volkswagen zu beheben, den sich der Konzern mit der Software-Manipulation an insgesamt elf Millionen Diesel-Fahrzeugen eingebrockt hat. Neben drohenden Milliardenstrafen der Behörden steht VW vor einer riesigen Welle von Schadensersatzklagen von Autokäufern und Aktienanlegern.

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