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Dax: Hält diese Super-Rallye?

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Dax: Hält diese Super-Rallye?

Eine Rallye von sagenhaften 300 Punkten in nur zwei Stunden, eine Tages-Handelsspanne von 350 Punkten und Umsätze, als hätte der große Verfalltermin bereits am Dienstag stattgefunden, das waren die äußeren Merkmale eines außergewöhnlichen Handelstages. Basis eines DAX, der mehrfach in kürzester Zeit über ein Prozent stieg oder fiel, war indes das blanke Nervenkostüm derjenigen großen Akteure, die aufgrund einer hohen Exposition am Terminmarkt eine Abrechnung außerhalb der von ihnen vorab kalkuliertem Zone fürchten müssen.

Die Umsätze beim DAX Future überstiegen locker die Marke von 300.000 Kontrakten und lagen damit so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Alleine das macht deutlich, wie intensiv und kompromisslos an diesem Handelstag um die kurzfristige Trendrichtung gekämpft wurde. Am Ende stand ein DAX mit einem Kursanstieg von 230 Punkten gegenüber dem Schlusskurs des Montags, der dadurch nicht nur die Chartzone 9.367/9.425 Punkte, sondern auch bei 9.528 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie zurückerobern konnte. Das sollte, könnte man meinen, ausreichen, um die Bären in die Defensive zu treiben und zu verhindern, dass es doch noch vor der Abrechnung der Futures und Optionen am Freitag zu einem nennenswerten Abwärtsimpuls kommt. Aber in diesem Fall sollte man das Fell des Bären besser nicht verkaufen, bevor er tatsächlich erlegt ist.

Im nachbörslichen Handel wirkte der DAX durchaus ein wenig wacklig, weil auch die US-Börsen am Dienstagabend nicht einfach wie ein Strich nach oben liefen. An der Wall Street war die Gegenwehr der bearishen Akteure durchaus spürbar. Und all diejenigen, die ihre komplexen Derivate-Positionen nunmehr auf ein niedrigeres Kursniveau angepasst haben, könnten jetzt ebenfalls zu denen gehören, die eine weitere Aufwärtsbewegung bremsen, um nicht erneut kostenintensive Positions-Adjustierungen vornehmen zu müssen. Im Endeffekt wurde dieser Dienstag zwar tatsächlich ein Turnaround-Tuesday, ist letztlich aber auch eine Art Spiegelbild des Montags. Ebenso, wie sich nun erwiesen hat, dass es ein Fehler gewesen wäre, einfach blind von weiter fallenden Kursen auszugehen, nachdem die 200-Tage-Linie brach, wäre es jetzt riskant, bereits das Ende der Korrektur auszurufen.

Die extremen Schwankungen des gestrigen Handels könnten ohne weiteres bis einschließlich Freitag weitergehen. Nicht zuletzt, weil das heute Abend um 20 Uhr unserer Zeit anstehende Statement der US-Notenbank noch einmal alle Kräfte im bullishen und bearishen Lager mobilisieren dürfte. Wir hatten noch in unserer 15 Uhr-Analyse des Dienstags dazu geraten, die Absicherung von Short-Positionen als Stop-Loss-Verkaufsorder zu gestalten und diese zugleich auf 9.470 Punkte nach unten zu nehmen. So konnten noch kleine Gewinne in der Gesamtposition realisiert werden. Jetzt allerdings wäre es zumindest zur Eröffnung des heutigen Handels ratsam, dieses Chaos am Aktienmarkt denen zu überlassen, die zum einen eine hohe Risikobereitschaft mitbringen und zum anderen eine permanente Präsenz vor den Kursmonitoren sicherstellen können. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sich, wie gestern unübersehbar, in solchen emotional aufgeheizten Phasen kaum jemand an charttechnischen Marken orientiert und so Einstiegs- und Ausstiegspunkte im Vorfeld nicht vernünftig festzulegen sind. Kurzfristig würden wir daher erst einmal aus dieser Achterbahn aussteigen und prüfen, ob diese DAX-Rallye des Dienstags den heutigen Handel überstehen wird.

DAX (Tageschart in Punkten):

Widerstände: 9.600 / 9.790 / 9.810 / 10.051 / 10.093  Unterstützungen: 9.528 / 9.425 / 9.367 / 9.166 / 9.071 / 8.984 / 8.903 / 8.558 / 8.489 / 8.355

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19.12.2014, 23:09, Deutsche Bank Indikation

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