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DAX: Warten auf Super-Mario?

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DAX: Warten auf Super-Mario?

Verfalltermin und Monatsultimo sind als Zugpferde vom Tisch, wichtige Konjunkturdaten stehen erst noch bevor und die Notenbanken haben ihr Füllhorn an Maßnahmen bereits ausgeschüttet. Zugleich haben wir an den Aktienmärkten seit Mitte Oktober eine Rallye gesehen, wie sie ihresgleichen sucht. Was motiviert die Marktteilnehmer jetzt noch, Gewinnmitnahmen zurückzuhalten und im Gegenzug sogar weiter zu kaufen?

Fakt ist zumindest, dass die Käufe weitergehen und die Bären sich unverändert bedeckt halten. Es kam zwar am Dienstag unmittelbar unterhalb des bisherigen Verlaufsrekords von 10.051 Punkten zu einem Verkaufsimpuls. Der machte aber ebenso wie vergleichbare Situationen am Freitag und Montag den Eindruck, als wären hier nur etwas größere Gewinnmitnahmen in relativ kurzer Zeit durch institutionelle Investoren vorgenommen, nicht aber gezielt Short gegangen worden. Darüber hinaus stellte der DAX am Dienstag mit seinem moderaten Minus von 0,3 Prozent im Gesamtbild der europäischen Aktienmärkte einen Ausreißer nach unten dar. Unter dem Strich ging die Aufwärtsbewegung weiter. Und auch in den USA legte der Dow Jones weiter zu, während S&P 500 und Nasdaq 100 die Verluste vom Wochenbeginn eingrenzen.

Natürlich kommt es vor, dass Rallyes zum Selbstläufer werden, weil immer wieder Short-Positionen eingedeckt werden müssen, dadurch zusätzlicher Kaufdruck erzeugt wird und kurzfristige Akteure immer wieder dem aufwärtsgerichteten Trend folgen. Strömt den institutionellen Investoren wie Fonds oder Hedgefonds darüber hinaus frisches Kapital zu, muss auch dieses zwangsläufig investiert werden, solange es keine guten Argumente dafür gibt, die Barreserven zu erhöhen. Und das beste Argument dafür wären charttechnische Verkaufssignale, die aber "von alleine" nicht kommen, solange nicht in größerem Umfang Gewinne mitgenommen werden. Ohne unmittelbare Argumente für weitere Käufe haben solche Rallyes zwar nur eine begrenzte Haltbarkeit. Aber denkbar wäre es in der Tat, dass die Marktteilnehmer tatsächlich darauf bauen, dass im Rahmen der Pressekonferenz der EZB am morgigen Donnerstag um 14:30 Uhr seitens des EZB-Chefs Mario Draghi erneut Formulierungen gebraucht werden, die weitere Käufe auslösen und dafür sorgen, dass die Aufwärtsbewegung bis zum großen Verfalltermin an den Terminbörsen am 19. Dezember fortgeführt werden kann.

Ob diese Erwartung realistisch ist, ist dabei zwar zu bezweifeln. Aber zwischen der Reaktion der Investoren auf EZB-Aussagen und deren faktischem Inhalt gibt es relativ oft große Unterschiede. Immerhin war der DAX zuletzt mehrfach gestiegen, nur, weil Mario Draghi bereits bekannte Aussagen einfach nur wiederholte. Doch Vorsicht ist geboten, denn solche Hoffnungen bzw. Erwartungen können auch nach hinten losgehen. Denn man darf vermuten, dass die ganz überwiegende Zahl derer, die diesem Aufwärtstrend über den Weg trauen, längst und mehrheitlich auch voll investiert ist. Sollte der DAX dieses momentane Niveau in unmittelbarer Nähe der bisherigen Allzeithochs bis morgen Nachmittag halten, kann es sehr wohl sein, dass selbst grundsätzlich kurstreibende Formulierungen Gewinnmitnahmen auflösen, wenn sie erst einmal ausgesprochen sind und damit kurzfristig das letzte Argument für weiter steigende Kurse vom Tisch ist. Wir würden dieser Aufwärtsbewegung daher weiterhin konsequent nicht hinterherlaufen, andererseits aber auch erst dann eine erste, kleine Position auf der Short-Seite erwägen, sobald der DAX die nächstgelegene Unterstützungszone 9.798/9.810 Punkte mit Closings unter 9.770 Punkten hinreichend deutlich durchbricht und damit einen charttechnisch tauglichen Fingerzeig abgeliefert, dass diese Rallye tatsächlich vorerst vorbei ist.

DAX (Tageschart in Punkten):

Widerstände: 10.051 / 10.137  Unterstützungen: 9.810 / 9.600 / 9.566 / 9.521 / 9.425 / 9.367 / 9.166 / 9.071 / 8.984 / 8.903 / 8.558 / 8.489 / 8.355

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22.12.2014, 21:34, Citi Indikation

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