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Die Dax-Rally ist vorbei

OnVista

Das war nur ein kurzes Vergnügen. Bereits gestern hatte der Dax deutlich an Schwung verloren. Heute nun rutscht er wieder ins Minus.

Die Dax-Rally ist vorbei

Die Euphorie ist verflogen. Auf über 10.500 Punkte war der Dax gestern geklettert. Ein Kursfeuerwerk an Japans Börse und kräftige Gewinne in China hatten auch den deutschen Leitindex mitgerissen. Doch mit Eröffnung der Wall Street ging dem Dax die Luft aus. Am Ende des Handelstages stand gestern nur ein leichtes Plus von 0,3 Prozent auf 10.303 Zähler.

Am Donnerstag sind es erneut die Börsen in Übersee, die den deutschen Aktienmarkt auf Trab halten. Der Dow Jones Industrial hatte am Vorabend wegen Sorgen um steigende Leitzinsen deutlich im Minus geschlossen. In Tokio gab der Nikkei einen Teil seiner kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. Nach der atemberaubenden Rally vom Mittwoch, als der Index ein Tagesplus von fast 8 Prozent verzeichnet hatte, rutschte er heute rund 3 Prozent ins Minus.

Schwache Vorgaben aus Asien

Händler machten für die Kursrückgänge in Tokio neben den negativen Vorgaben der US-Börsen auch schwache Konjunkturdaten verantwortlich: Der Auftragseingang für japanische Maschinen war im Juli überraschend um 3,6 Prozent gesunken. Volkswirte hatten mit einem Plus von 3,7 Prozent gerechnet. In China sank zudem der Index der Erzeugerpreise im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,9 Prozent. Das war der 42. Rückgang in Folge und zugleich der stärkste Einbruch seit 2009.

Der deutsche Aktienmarkt reagierte auf die mauen Vorgaben mit Kursabschlägen. Zum Start in den Donnerstagshandel rutschte der Dax um rund 0,7 Prozent ab und fiel auf rund 10.230 Zähler, konnte seine Verluste aber im weiteren Handelsverlauf etwas eindämmen. Auf Wochensicht steht für den deutschen Leitindex damit immer noch ein Plus von insgesamt 2 Prozent zu Buche.

Ausweitung des QE-Programms?

Heute dürften die Daten zur Industrieproduktion im wichtigen Euroland Frankreich Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sowie im Tagesverlauf erwartete Aussagen von europäischen Notenbankern. “Man erhofft sich Hinweise, ob es vielleicht doch bald eine Ausweitung des QE-Programms geben kann”, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen.

Das QE-Programm ist das bis mindestens September 2016 laufende milliardenschwere Programm der Europäischen Zentralbank, über den Kauf von Euro-Staatsanleihen die Wirtschaft anzukurbeln. Seit März werden mittlerweile Monat für Monat Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft.

Energieversorger unter Druck

Unter den Einzelwerten zeigten sich die Eon-Aktien sehr schwach. Zum Handelsstart verloren sie rund 4 Prozent. Der größte deutsche Energiekonzern wird sein Kernenergiegeschäft nicht wie ursprünglich geplant auf die neue Gesellschaft Uniper übertragen. Der verbleibende Betrieb und Rückbau der deutschen Erzeugungskapazität aus Kernenergie bleibt in der Verantwortung von Eon.

Zudem wird Eon wegen der niedrigen Strom- und Rohstoffpreise und der schwierigen Rahmenbedingungen das laufende Jahr mit einem dicken Minus abschließen. Im dritten Quartal müssten Abschreibungen in der Größenordnung eines “höheren einstelligen” Milliarden-Euro-Betrags verbucht werden, hieß es.

iPhone-Konzern zeigt Neuheiten

Im Fokus steht heute zudem weiter die Apple-Aktie. Auf der mit Spannung erwarteten Neuheiten-Präsentation hatte Konzernchef Tim Cook gestern ziemlich genau das geliefert, worüber zuvor bereits spekuliert worden sei. So zeigte Apple aufgefrischte iPhone-Modelle mit weiterentwickelter Bedienung. Ihre Displays erkennen erstmals auch die Stärke des Drucks und erlauben so neue Funktionen. Außerdem gab es ein größeres iPad Pro, das den schwächelnden Absatz der Apple-Tablets ankurbeln soll. Zudem kündigte das Unternehmen einen App Store für seine Fernseh-Box Apple TV an.

Die Ankündigungen sorgten jedoch nur kurz für etwas Freude unter den Anlegern. Nachdem die Papiere zunächst um rund anderthalb Prozent nach oben geklettert waren, stand am Ende ein Minus von 1,9 Prozent auf 110,15 US-Dollar zu Buche.

OnVista/dpa-AFX/Reuters
Foto: McIek/shutterstock.com

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