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Eintagsfliege oder Trendwende?

Boerse-Daily.de

Die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX nun wider Erwarten der meisten Marktteilnehmer plötzlich aus seiner sechswöchigen Handelsspanne nach unten ausbricht, ist mit dem Kursverlauf des Dienstags natürlich deutlich gestiegen. Allerdings stellt sich die Frage, ob es danach zu einem nachhaltigen Abwärtsimpuls kommen wird oder die bullishen Akteure sofort wieder zugreifen werden, sobald die militärische Intervention in Syrien, die ja laut letzten Meldungen in Kürze beginnen und zeitlich sehr begrenzt sein soll, über die Bühne ist?

Natürlich hat der starke Abwärtsimpuls des Dienstags, der direkt aus der oberen Begrenzungszone der Seitwärtsspanne an deren untere Auffangzone 8.215/8.235 Punkte führte, eine psychologisch für die Bullen höchst ernüchternde Wirkung, zumal die markttechnischen Indikatoren - hier der MACD - dadurch neue Verkaufssignale generierten und Oszillatoren wie Stochastik und RSI von der überverkauften Zone noch ziemlich weit entfernt sind. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die ebenfalls schwachen Börsen in den USA eine hinreichend negative Vorlage darstellen, um den Bruch dieser Auffangzone am heutigen Mittwoch zu unterstützen, ist zweifellos nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus bleibt die Unsicherheit im Markt erhalten, bis dieser avisierte Militärschlag zumindest begonnen hat. Ein Test der mittlerweile auf 8.169 Punkte nach oben gelaufenen unteren Begrenzung des Juni-Aufwärtstrendkanals wäre somit kurzfristig wahrscheinlicher als eine beherzte Gegenwehr der Bullen. Aber:

Trotzdem sollte man nicht zu gewagt und mit zu großen Positionen auf der Short-Seite agieren. Denn wer genauer hinsieht, der bemerkt, dass nicht nur die starken Kursverluste der Aktienmärkte keine unmittelbare, emotionale Reaktion der Marktteilnehmer waren, wie in unserer gestrigen Mittags-Analyse um 15:00 Uhr hervorgehoben. Nein, bemerkenswert war auch, dass beispielsweise der kräftige Anstieg des Ölpreises erst gegen 11:00 Uhr begann und damit deutlich nach der Abwärtswende der Aktienmärkte. Unmittelbare Nachrichten, die diese Rallye hätten unterstützen können, gab es nicht. Und Syrien gehört nun einmal zu den sehr kleinen Rohöl-Produzenten: Die Fördermengen bewegen sich in Größenordnungen wie die des Kongo oder Vietnams. Auch der fortgesetzte Anstieg des Goldpreises begann erst, nachdem die Aktienmärkte im Verlauf des Vormittags plötzlich deutlich unter Druck gerieten. Was bedeutet:

Die Verkäufe wirken, als wären sie mehr eine ganz gezielte Attacke bearisher Investoren mit dem Ziel, Verkaufssignale auszulösen und davon zu profitieren, als eine unmittelbare Reaktion auf die Entwicklung um Syrien. Daher sollte man sicherheitshalber als Möglichkeit im Hinterkopf behalten, dass die auf den ersten Blick so nachhaltig wirkenden Kursabschläge ebenso wie die Rallye bei Rohöl und Gold durchaus zu einem Bumerang werden können, wenn die militärischen Aktionen über die Bühne sind - möglicherweise sogar schon dann, wenn sie beginnen. Vergleichbare Reaktionen der Börsen gab es beispielsweise auch bei den vorab angekündigten Intervention gegen den Irak.

Der Bruch der 20-Tage-Linie bei 8.357 Punkten ist aus charttechnischer Sicht ein ausreichendes Argument in Kombination mit der schlagartig negativ gewordenen Markttechnik, um umgehend eine kleinere Position auf der Short-Seite zu etablieren, die sich mit Schlusskursen unter 8.215 Punkten und damit unterhalb der Seitwärts-Spanne des DAX leicht ausbauen ließe. Angesichts der nicht von der Hand zu weisenden Möglichkeit, dass diese Kursabschläge blitzschnell nach dem Motto "sell the rumor, buy the fact" in eine Rallye umschlagen könnten, sollte man aber den aktuell noch bei 8.370 Punkten auf Schlusskursbasis sinnvoll platzierten Stoppkurs bei Schlusskursen unter 8.215 Punkten sofort eng auf 8.260 Zähler nachziehen.

DAX (Tageschart in Punkten):

Widerstände: 8.357 / 8.415 / 8.457 / 8.526 / 8.558 / 8.702  Unterstützungen: 8.235 / 8.215 / 8.169 / 8.151 / 8.074 / 7.899

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