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ETFs: Gefragte US-Aktien

BÖRSE FRANKFURT

Börse Frankfurt News

Längst nicht alle Aktien kommen nach der US-Wahl gut an, anders als Industrieländerwerte werden Schwellenländertitel abgestoßen. Beliebt sind Indexfonds mit Pharmaunternehmen und Banken.

15. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Wahl Trumps zum US-Präsidenten hat zwar nicht zum erwarteten Einbruch an den Börsen geführt, im Gegenteil, durch gerüttelt wurden die Märkte aber durchaus. Gerade bei den Branchen gab es große Verschiebungen. "Der US-Gesundheitssektor wurde massiv gekauft", berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank. Zudem gerieten die Schwellenländer kräftig unter Druck. "Das betrifft vor allem Lateinamerika, aber auch die Emerging Markets als Ganzes."

Die Industrieländermärkte reagierten auf die Wahl mit deutlichen Kursgewinnen: Der Dow Jones kletterte vergangene Woche um 5 Prozent nach oben, am gestrigen Montag wurde ein neues Allzeithoch markiert. Der DAX legte vergangene Woche um knapp 4 Prozent auf 10.668 Punkte zu, am Dienstagmittag notiert der Index nochmals höher bei 10.697 Punkten.

Die ETF-Umsätze waren den Händlern zufolge extrem hoch: Bartels meldet knapp 47.000 Transaktionen für die Woche, mit sehr hohen Volumina. "Die Woche gehörte zu den besten in diesem Jahr, das Handelsaufkommen war noch höher als nach dem Brexit-Votum." Insgesamt hätten die Käufe überwogen. Auch Oliver Kilian von der Unicredit meldet hohe Umsätze: "Gegenüber der Vorwoche war es eine Verdoppelung."

Schwerpunkt USA und Europa

Vor allem US-Aktien wurden gekauft, wie die Händler berichten. So wurde Kilian zufolge auf den S&P 500 (WKN A1JULM, 622391) gesetzt, aber auch den MSCI USA (WKN A0REJY). Doch auch europäische Aktien kamen gut an, bei der Unicredit positionierten sich Anleger im großen Stil in DAX- (WKN 593393, DBX1DA) und Euro Stoxx-Trackern (WKN 593395). Auf niedrige Volatilität optimierte ETFs, die seit Sommer nicht mehr so gut gelaufen sind, fanden ebenfalls viele Anhänger (WKN A1J783, A2ABHF). Verkauft wurden die in den Vorwochen stark nachgefragten DAX Short- und Euro Stoxx Short-ETFs.

Nein zu Schwellenländern

Emerging Markets-Aktien gerieten nach der Wahl heftig unter Druck - Folge der von Trump angekündigten Maßnahmen gegen Mexiko, aber auch China. Der MSCI Emerging Markets verlor vergangene Woche 4 Prozent an Wert. Hohe Umsätze verzeichneten vor allem Schwellenländer-Tracker von Lyxor (WKN LYX0BX), db x-trackers (WKN DBX1EM) und iShares (WKN A0HGWC). Der MSCI Latin America gab ebenfalls deutlich nach: Der ETF kostete vor einer Woche noch 15,42 Euro, jetzt sind es 13,41 Euro.

Pharmabranche als Profiteur

Ganz klarer Sieger der Wahlen war die US-Gesundheitsbranche mit Pharma- und Biotechwerten. Die hatten zuvor geschwächelt, da Hillary Clinton eine Begrenzung der zum Teil extrem hohen Medikamentenpreise angekündigt hatte. Gekauft wurden Bartels zufolge etwa der SPDR S&P U.S. Health Care Select (WKN A14QB2) und der iShares S&P 500 Health Care (WKN A1429Z). Das Produkt von iShares verteuerte sich von 4,10 Euro am Mittwochmorgen auf aktuell 4,60 Euro. Kilian meldet starkes Interesse an Nasdaq Biotech-ETFs. An der Börse Frankfurt konzentrierten sich Anleger auf den iShares Stoxx Europe 600 Health Care (WKN A0Q4R3).

Auch Banken erholen sich

An der Börse Frankfurt dominierten umsatzseitig allerdings, was Branchen-Indexfonds angeht, Banken-ETFs, sowohl der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) als auch der iShares Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ) stehen auf der Umsatzliste ungewöhnlich weit oben. Kilian berichtet von vielen Käufen im iShares-Produkt. Das notiert jetzt wieder bei 10,90 nach 10,08 Euro am Freitag vor der Wahl, gegenüber dem Tief vom Juli bei 8,11 Euro ein Plus von 34 Prozent.

Abflüsse aus EM-Anleihen

Auch Anleihen aus den Emerging Markets konnten sich dem Negativtrend nicht entziehen, wie Bartels berichtet, besonders solche aus Lateinamerika.

Zudem rechnen Anleger offenbar mit einem Zinsanstieg, verkauft wurde der Lyxor Daily Double Short Bund (WKN LY0FW), wie Kilian berichtet. Auch kommt das Thema Inflation wieder auf den Tisch. Die Preissteigerungsraten in Europa und den USA sind zuletzt bereits gestiegen, mit dem Sieg von Trump, der mehr Staatsausgaben angekündigt hat, wird mit einem weiteren Schub gerechnet. Bei der Commerzbank wurden allerdings noch beide Seiten gespielt, etwa mit dem ComStage iBoxx Euro Sovereigns Inflation-Linked Euro-Inflation (WKN ETF530) und dem iShares Euro Inflation Linked Government Bond (WKN A0HGV1).

von: Anna-Maria Borse

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