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ETFs: Nervosität macht sich breit

BÖRSE FRANKFURT

Marktbericht vom Handel mit Indexfonds

Mit steigender Volatilität trennen sich viele ETF-Anleger von ihren Aktieninvestments hüben wie drüben. Einige nutzen die niedrigen Kurse zum Einstieg in DAX-Werte.

14. Oktober 2014. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Nervosität an den internationalen Börsen macht auch vor dem ETF-Handel nicht Halt. "Aktien-ETFs werden durch die Bank verkauft", meldet Jörg Sengfelder. Aufgrund der hohen Volatilität der Indizes gebe es zwar immer mal wieder taktische Allokationen als kurzfristige Gegenreaktion. "Mit strategischen Entscheidungen haben diese Käufe allerdings wenig zu tun", urteilt der Händler von Flow Traders. Unter Anlegern herrsche allgemeine Verunsicherung. Schwankungsbedingt bewegten sich die ETF-Umsätze auf einem hohen Niveau.

Auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank hat überdurchschnittlich viel zu tun. „Anleger verabschieden sich aus europäischen Werten und Schwellenländeraktien", berichtet der ETF-Händler der Deutschen Bank.

Gemischtes Bild bei DAX-ETFs Von rekordverdächtigen 25.000 Trades auf Wochensicht berichtet Andreas Bartels. Davon entfallen dem Commerzbank-Händler zufolge rund 85 Prozent auf Aktieninvestments. "Über alle Anlageklassen hinweg hatten wir mit 60 Prozent allerdings einen leichten Kaufüberhang."

DAX-ETFs belegten bei der Commerzbank mit Abstand die Spitzenposition in der Umsatzstatistik. "Wobei wir hier deutlich mehr Käufe als Verkäufe hatten." Investoren hätten den DAX-Einbruch von fast 400 Punkten in der vergangenen Woche durchaus genutzt, um neue Positionen einzugehen. Kaum überrascht angesichts der derzeitigen Schwankungsintensität hätte die Nachfrage nach ShortDAX- (WKN ETF004) und LevDAX-Produkten (WKN DBX0BZ).

Kunden von Flow Traders und der Deutschen Bank verabschiedeten sich hingegen in Summe von ihren DAX-Investments (WKN 593393, DBX1DA ETFL01, ETF001). Ebenso kämen Euro Stoxx 50- (WKNs DBX1ET, 798328, 593395, ETFL02), MSCI Europe- (WKNs A0M5X2, ETFL28, DBX1ME) und Stoxx Europe 600-Tracker (WKN 263530) per Saldo aus den Depots raus. " Auf den Verkaufslisten führt Sengfelder zudem Indexfonds, die an den FTSE MIB (WKN DBX1MB) gekoppelt sind, dem italienischen Leitindex.

US-Werte werden abgestoßen

Anders als in der Vorwoche sind US-Werte bei Flow Traders und der Commerzbank ebenfalls von Abgaben geprägt. "ETFs sämtlicher Anbieter, die sich auf die großen Indizes beziehen, wurden abgestoßen", bemerkt Sengfelder. Neben ETFs mit Aktien des S&P 500 (WKN 622391, A0YEDG), des MSCI USA (WKN DBX1MU) und des Russel 2000 (WKN DBX1AB) seien Nebenwerte im S&P SmallCap 600 (WKN A0RFEB) betroffen. Tracker marktbreiter Indizes wie dem MSCI World (WKN A0RPWH) würden ebenfalls abgestoßen.

Kleefelds Kunden deckten sich zumeist mit US-Dollar basierten Investitionen ein. Dazu gehörten S&P 500- als auch MSCI USA-Tracker.

Auch Emerging Marktes-Tracker fliegen raus

ETFs, die Schwellenländermärkte abbilden, stehen Kleefeld, Bartels und Sengfelder zufolge überwiegend auf den Verkaufslisten. Mittelabflüsse gebe es bei Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets (WKNs DBX1EM, ETF127, A0HGZT, A1JM6G, LYX0BX) und MSCI Pacific ex Japan (WKN A0YBR1).

Anders als bei der Deutschen Bank würden brasilianische Werte wie der Lyxor ETF Brazil (WKN LYX0BE), der die Entwicklungen des Bovespa abbildet, zwar rege gehandelt aber überwiegend verkauft.

Denn Kleefeld beschreibt Kleefeld die rege Nachfrage nach Indexfonds mit brasilianischen Unternehmen etwa im MSCI Brazil (WKNs DBX1MR, A0HG2M) als auffallend. Den Grund sieht der Händler in den aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Präsidentschaftswahlen. Für die Stichwahl am 26. Oktober habe der als wirtschaftlich kompetent geltende Aécio Neves mit Unterstützung der unterlegenen aber populären Marina Silva in Umfragen mittlerweile die Nase vorn.

Banken überzeugen

Der Finanzsektor steht bei den Branchen einmal mehr im Fokus. Bei der Commerzbank machen Banken etwa im Euro Stoxx Banks (WKNs 628930) und MSCI Europe Banks (WKN A0REJZ) laut Bartels Zweidrittel der Umsätze mit Sektor-ETFs aus. "Mit 60 zu 40 Prozent stehen dabei die Käufe im Vordergrund."

Ein ähnliches Verhältnis errechnet der Händler für Indexfonds, die die Grundstoffe-Industrie abbilden. Anleger interessierten sich beispielsweise für den Tracker des Stoxx Europe 600 Basic Resources (WKNs DBX1SB, ETF063).

Risiken begrenzen

Als gemischt ohne Tendenz beschreibt Sengfelder die Bewegungen im Markt für Renten-ETFs. Zu den meist gehandelten Werten gehörten bei Flow Traders US-Treasuries mit Laufzeiten zwischen sieben zehn Jahren (WKN A0LGQB) und in US-Dollar gehandelte kurzlaufende Unternehmensanleihen (WKN A1W4WE). "Beide wurden überwiegend gekauft." Gut an kämen zudem Euroländer-Bonds mit Laufzeiten zwischen sieben und zehn Jahren (WKN DBX0AG) und ein bis drei Jahren (WKN DBX0K7).

"Selbst europäische Staatsanleihen mit langen Laufzeiten sind wieder gefragt", meldet Bartels. Mit dabei seien der iShares eb.rexx Government Germany 5,5-10,5 (WKN 628949) und der iShares eb.rexx Government Germany 10,5+ (WKN A0D8Q3).

Corporate Bonds rangierten laut Kleefeld bei der deutschen Bank auf den vorderen Plätzen in der Umsatzbestenliste. Zuflüsse gebe es etwa beim iShares Euro Corporate Bond-ETFS (WKN A0RM45) und beim iShares Core Euro Corporate Bonds (WKN A0RGEP).

Hingegen trennen sich Flow Traders-Kunden von besonders renditeträchtigen Unternehmensanleihen beispielsweise im iShares High Yield Corporate Bonds (WKN A1J0ZA) und iShares Global High Yield Corporate Bond (WKN A1KB2A).

von Iris Merker Borse

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© Deutsche Börse AG, 14. Oktober 2014

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