Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

EU-Regierungen wollen besseren Schutz der Außengrenzen

Reuters

Brüssel (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel besteht auf einer stärkeren finanziellen und personellen Beteiligung anderer EU-Mitglieder an der Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Es sei offensichtlich, "dass einige wenige Länder im Augenblick sehr, sehr viele Flüchtlinge haben", sagte die Kanzlerin am Donnerstag zu Beginn eines EU-Gipfels in Brüssel mit Blick auf Staaten wie Deutschland, Österreich oder Schweden. Wenn diese Länder auch noch das Personal für den Schutz der EU-Außengrenzen stellen müssten, "wäre das nicht das, was wir unter einer fairen Lastenverteilung verstehen", kritisierte Merkel. Frankreichs Präsident Francois Hollande forderte, Deutschland müsse entlastet werden. Weitere Regierungschefs drängten auf eine bessere Sicherung der EU-Außengrenzen und den raschen Bau von Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Italien und Griechenland.

Zwischen den EU-Staaten herrscht bisher Uneinigkeit, welches Land wie viel zum Grenzschutz beisteuert. So vereinbarten einige Länder aus Osteuropa diese Woche auf eigene Faust eine engere Zusammenarbeit von Grenzschutzeinheiten. Griechenland als Ersteinreiseland sieht sich wiederum mit dem Zustrom von syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen aus der Türkei überfordert, zögert aus Furcht vor der Aufgabe souveräner Kompetenzen aber bei der Zusammenarbeit mit der EU. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte in Brüssel, seine Regierung sei zur Kooperation mit der Türkei bereit, wenn internationales Recht eingehalten werde. Die bessere Kontrolle der griechisch-türkischen Grenze gilt als Schlüssel dafür, dass die Zahl der Flüchtlinge gesenkt werden kann, die über die sogenannte Balkan-Route vor allem nach Deutschland kommen.

Auf dem Gipfel wollen die Regierungschefs darüber sprechen, wie weit die im September beschlossenen Maßnahmen zum Aufbau von Verteilzentren in Italien und Griechenland oder zur finanziellen Hilfe für Nachbarländer Syriens umgesetzt wurden. Auch andere Regierungschefs wie Xavier Bettel (Luxemburg) oder Taavi Roivas (Estland) pochten auf eine schnellere Umsetzung der Beschlüsse des EU-Sondergipfels im September. Das Abkommen von Dublin, das Asylverfahren in den EU-Staaten vorsieht, in denen Flüchtlinge erstmals die Union betreten, solle Basis der Gespräche sein, forderte Bettel.

Die 28 EU-Regierungen wollen sich auch darüber unterhalten, was sie der Türkei anbieten können, damit das Land den Zustrom von Flüchtlingen in die EU eindämmt. Der Vize-Präsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, führt derzeit Gespräche in Ankara.

Das könnte Sie auch interessieren

Kurs zu Athex Composite Index

  • 619,25 Pkt.
  • +0,59%
05.12.2016, 16:00, außerbörslich

Derivate-Wissen

Sie glauben, der Kurs des "Athex Composite" fällt?

Mit Put Knock-Out Zertifikaten können Sie von fallenden Index-Kursen profitieren.

Erfahren Sie mehr zu Knock-Out-Zertifikaten