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Europas Anleger fürchten Griechenland-Pleite

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Angst vor einer Staatspleite Griechenlands hat unter europäischen Aktienanlegern am Dienstag für reichlich Nervosität gesorgt.

Nach den geplatzten Verhandlungen zwischen der Eurogruppe und Griechenland sei es nun völlig offen, ob es zu einer Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms für Athen komme, schrieben die Analysten der Essener Nationalbank in einem Kommentar. "Der Druck auf Griechenland ist hoch." Ohne die Hilfe der internationalen Geldgeber könnte dem hoch verschuldeten Land schon bald das Geld ausgehen.

Die Athener Börse rutschte in der Spitze um knapp fünf Prozent ab, der griechische Bankenindex um fast zehn Prozent. Dax und EuroStoxx50 verloren zeitweise jeweils 1,4 Prozent auf 10.765 und 3385 Zähler.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hatte am Montagabend wie schon in der vergangenen Woche seine Zustimmung zu einer gemeinsamen Erklärung der Eurogruppe abgelehnt. Die neue griechische Regierung wehrt sich gegen eine Zusammenarbeit mit der sogenannten Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB und hat die Rücknahme von Sparmaßnahmen eingeleitet. Die Euro-Länder haben Athen nun eine Frist bis Ende der Woche gesetzt, um zu einem Kompromiss zu gelangen. Die Volkswirte der Commerzbank sind skeptisch, dass es noch zu einer Einigung kommt. Sie hoben die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone auf 50 von 25 Prozent an.

GRIECHISCHE RENDITEN IM AUFWIND

Am Rentenmarkt hinterließ die Verunsicherung über den Ausgang der Griechenland-Krise ebenfalls ihre Spuren. Die Kurse der zehnjährigen Anleihen des Landes fielen, im Gegenzug stieg die Rendite um 82 Basispunkte auf 10,74 Prozent. Auch die zehnjährigen italienischen und spanischen Papiere gerieten unter Druck.

Der Euro konnte sich am Morgen dagegen etwas stabilisieren und notierte bei 1,1392 Dollar. In der Nacht war er bis auf 1,1322 Dollar zurückgefallen.

Unter den Einzelwerten zählte im Dax die Deutsche Post mit einem Abschlag von 1,8 Prozent zu den größten Verlierern. Der niederländische Rivale TNT Express rechnet mit einem schwierigen Geschäftsjahr. TNT-Aktien verloren in der Spitze 9,6 Prozent und waren mit 5,37 Euro so billig wie seit fünf Wochen nicht mehr.

GEWINNMITNAHMEN DRÜCKEN FINANZWERTE

Ebenfalls schwächer notierten die Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank. Sie verloren 1,7 und ein Prozent, damit gaben sie ihre Vortagesgewinne wieder ab.

Neben Griechenland behielten Anleger auch den ZEW-Konjunkturindex am späten Vormittag im Blick. Analysten rechneten im Februar mit einem Anstieg auf 55 Punkte. Vor allem der geringere Ölpreis wie auch die Euro-Abwertung der letzten Monate sollten sich bemerkbar machen, prognostizierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

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