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EZB liefert - Dax auf Rekordjagd, Euro bricht ein

Reuters

Frankfurt (Reuters) - EZB-Chef Mario Draghi hat die Anleger nicht enttäuscht.

EZB liefert - Dax auf Rekordjagd, Euro bricht ein

Am Donnerstag gab er den seit langem erwarteten Startschuss für eine weitere Geldschwemme der Europäischen Zentralbank. Das ließ Aktienanleger jubeln: Der Leitindex Dax sprang bis auf ein Rekordhoch von über 10.400 Punkten. Die Gemeinschaftswährung Euro brach hingegen auf den tiefsten Stand seit elf Jahren ein.

Die EZB gab bekannt, massenhaft private Bonds und Staatsanleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat aufkaufen zu wollen. Begonnen werden solle ab März bis Ende September 2016. "Mario Draghi hat geliefert, was er versprochen hat und sogar ein wenig mehr", sagte Chefstratege Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis Global Markets. Am Vortag hatten Berichte über ein geplantes Volumen von lediglich monatlichen 50 Milliarden Euro kursiert. "Der Markt reagiert leicht positiv, aber nicht mehr, da bereits viel vorweggenommen wurde", fügte Gijsels an.

In der Spitze markierte das Börsenbarometer ein frisches Rekordhoch von 10.407,82 Punkten, ein Plus von 1,1 Prozent. Der Euro ging auf Tauchstation und fiel um mehr als ein Prozent auf 1,1440 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003. Zuvor hatte er noch bei über 1,16 Dollar gelegen. Am Rentenmarkt drehte der Bund-Future ins Plus und legte bis auf 158,08 Zähler zu. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen fielen bis auf 0,377 Prozent. Die Verzinsungen der spanischen und italienischen Pendants fielen auf Rekordtiefs.

"Die Mindestlaufzeit des Ankaufprogramms sollte die Märkte von der Entschlossenheit der EZB überzeugen, die Probleme, denen sich die Eurozone gegenüber sieht, anzugehen", sagte Rentenstratege Mauro Vittorangeli von Allianz Global Investors. "Wie zuvor die Fed hat die EZB nun ebenfalls bewiesen, dass sie in der Lage ist, mit äußerst schwierigen Marktsituationen umzugehen."


WIRD QE DER REALWIRTSCHAFT HELFEN?

An den Finanzmärkten hoffen viele weiterhin auf einen neuen Schub für die Aktienkurse. Denn mit ihrer Politik des billigen Geldes haben die Notenbanken seit der Finanzkrise vor sieben Jahren eine Rally ausgelöst. "Das viele Geld will ja schließlich angelegt werden", heißt es in den Handelsabteilungen der Banken. Und sollten die Unternehmen dank der Geldschwemme mehr erwirtschaften, dürften auch die Gewinne und mit ihnen die Aktienkurse steigen.

Die Frankfurter Währungshüter wollen mit der Geldschwemme für die Banken die Kreditvergabe ankurbeln und so der Konjunktur unter die Arme greifen. Denn angesichts der fallenden Inflationsraten fürchten viele Analysten ein Abgleiten der Wirtschaft im Währungsraum in eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen.

Nach dem Beschluss warnten Experten jedoch vor den negativen Folgen der Geldflut. Es sei zu befürchten, dass die Reformmüdigkeit in vielen Ländern der Euro-Zone nun eher noch zunehme, sagte Bernd Feldhaus, Fondsmanager bei inprimo invest. Zudem würden im Anleihemarkt durch die EZB als Käufer private und institutionelle Anleger aus dem Markt für Staatsanleihen in riskantere Investments gedrängt. Das könne wiederum den Aufbau von Spekulationsblasen begünstigen.

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