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FINANZMARKTKALENDER - NÄCHSTE WOCHE: Commerzbank erläutert neue Hiobsbotschaften

Börsen-Zeitung

Von Stefanie Schulte, Frankfurt

Börsen-Zeitung, 8.2.2013

Dass die Commerzbank schlechte Nachrichten verkündet, ist für Marktteilnehmer inzwischen ein vertrautes Szenario. Spätestens seit der am Montag veröffentlichten Gewinnwarnung ist klar, dass die Bilanzpressekonferenz am kommenden Freitag keine Ausnahme darstellen wird.

Vorläufigen Zahlen zufolge fällt bei der Commerzbank im vierten Quartal 2012 ein Verlust von 720 Mill. Euro an. Damit bleibt für das Gesamtjahr unter dem Strich lediglich ein Gewinn von 6 (i. V. 638) Mill. Euro. Grund für den Ergebniseinbruch sind den Angaben zufolge insbesondere Abschreibungen von 560 Mill. Euro auf latente Steueransprüche. Eine solche Maßnahme wird notwendig, wenn sich die Gewinnerwartungen so weit abschwächen, dass es unwahrscheinlich wird, dass steuerliche Verlustvorträge ausgenutzt werden können (vgl. BZ vom 5. Februar).

Am kommenden Freitag wird die Commerzbank-Führung um den Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing die neuen Hiobsbotschaften detailliert erläutern müssen. Es ist fraglich, wie gut es dem Vorstand gelingen wird, Analysten und Pressevertreter davon zu überzeugen, dass das Institut eine tragfähige Strategie hat.

Aus einst lukrativen, inzwischen aber verlustreichen Aktivitäten wie der Schiffsfinanzierung steigt die Commerzbank aus. Im Mittelstandsgeschäft ist sie zwar gut vertreten, kämpft aber unter anderem gegen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie andere große Institute, die diesen Kundenkreis mangels Alternativen für sich entdeckt haben. Das Privatkundengeschäft leidet unter dem Niedrigzinsniveau. Dort will die Commerzbank dennoch in Zukunft verstärkt punkten. Aber auch hier zeichnen sich Hindernisse ab, denn die Bank hat vor kurzem den Abbau von 4 000 bis 6 000 Stellen bis 2016 angekündigt. Zu einem bedeutenden Teil dürfte dieser Stellenabbau im deutschen Filialgeschäft stattfinden - also genau dort, wo die privaten Kunden betreut werden.

Als Lichtblicke im Commerzbank-Konzern gelten die polnische Tochter BRE Bank, die ihr Zahlenwerk für 2012 am heutigen Freitag vorlegen will, sowie der Online-Broker Comdirect, der am 19. Februar seine Bilanzpressekonferenz veranstaltet. Für den Gesamtkonzern sind die Analysten jedoch skeptisch. Von 34 Analysehäusern raten laut Bloomberg aktuell 15 zum Verkauf der Commerzbank-Aktie - und das trotz des niedrigen Kursniveaus von zuletzt 1,46 Euro, ein Drittel weniger als vor Jahresfrist. Der Dax legte im gleichen Zeitraum rund 13 % zu.

Nur ein schwacher Trost für Commerzbank-Aktionäre und -Mitarbeiter dürfte sein, dass die Deutsche Bank Ende Januar ebenfalls enttäuschende Zahlen präsentiert hat. Sie musste im vierten Quartal milliardenschwere Firmenwertabschreibungen und Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten verbuchen. Im Gesamtjahr kommt sie daher auf nur 670 Mill. Euro Nettogewinn nach 4,3 Mrd. Euro im Jahr zuvor.

Zur lachenden Dritten wird damit ausgerechnet die öffentliche Förderbank KfW, die nach Bilanzsumme inzwischen drittgrößte Bank in Deutschland. Sie hat ihre offiziellen Jahresresultate noch nicht vorgelegt, aber schon durchblicken lassen, dass wohl ein - für sie steuerfreier - Gewinn von rund 2 Mrd. Euro in den Büchern stehen wird. Damit dürfte die Förderbank, die noch nicht einmal über eine offizielle Banklizenz verfügt, 2012 das mit Abstand profitabelste Institut in Deutschland gewesen sein.

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