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Fonds: Russland-Fonds locken Spekulanten

Marktbericht vom Handel mit Publikumsfonds

Unsichere Nachrichtenlage, hohe Volatilität und ein bereits sehr hohes Kursniveau an den Aktienmärkten – aktuell gibt es für Fondsinvestoren wenig Gründe, ihre Positionen auszubauen. Dementsprechend überwiegen die Verkäufe, vor allem bei Biotech-Portfolios.

15. April 2014. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Die Skepsis überwiegt: Nachdem die Aktienmärkte in der vergangenen Woche wieder den Rückwärtsgang eingeschaltet haben, scheinen die meisten Fondsanleger lieber auf Nummer sicher zu gehen und steigen aus. „Sowohl bei international ausgerichteten Portfolios als auch bei heimischen Aktienkörben überwiegt aktuell klar die Verkaufsseite“, meldet Baader Bank-Spezialist Matthias Präger vom Frankfurter Parkett. Von Panik könne aber keine Rede sein, ergänzt der Händler jedoch und spricht von Umsätzen auf Normalniveau.

Ukraine-Krise drückt auf die Stimmung

Frank Wöllnitz von der ICF AG beobachtet sogar einen deutlichen Rückgang der Handelsaktivität. „Nachdem der DAX jetzt schon eine ganze Weile zwischen 9.000 und 10.000 Punkten hin und her wandert, scheinen viele Anleger erst einmal abzuwarten, wohin die Reise gehen wird. Außerdem drückt der Ukraine-Konflikt nach wie vor deutlich auf die Stimmung“, beobachtet der Spezialist.

Fonds mit russischen Aktien stünden deswegen weiterhin deutlich stärker im Anlegerfokus als sonst – allerdings in erster Linie bei spekulativ agierenden Investoren. „Russland-Fonds reagieren äußerst empfindlich auf die Nachrichtenlage und schwanken dementsprechend sehr stark. Der normale Retail-Kunde beteiligt sich hier nicht mehr“, kommentiert Wöllnitz und beobachtet etwa im DWS Russia (WKN 939855) einen regen Handel. Insgesamt gehe es in dem Papier zwar abwärts, allerdings spekulierten einige Anleger – je nach Nachrichtenlage – auch immer mal wieder in die andere Richtung.

Aktienfonds auf der Abgabeseite

Von den international ausgerichteten Aktienfonds beobachtet die Baader Bank die stärksten Rückflüsse im US-lastigen UniGlobal (WKN 849105) und dem regional breiter aufgestellten Astra-Fonds (WKN 977700), der zu je einem Fünftel in US-Werten, japanischen und deutschen Aktien investiert ist. Kleinere Verkäufe seien auch in dem auf internationale Dividendentitel spezialisierten DWS Top Dividende (WKN 984811) zu beobachten, merkt Präger an.

Bei den heimischen Aktienfonds überwiegt laut Baader Bank zwar tendenziell auch die Abgabeseite, etwa im Allianz Europe Small Cap Equity (WKN A0MPE7) oder im cominvest Fondak P (WKN 847101). Einige mutige Käufer wagten sich aber auch gelegentlich wieder an den Markt: „Heute morgen haben wir etwa einen größeren Kauf im DWS German Equities Typ O Fund (WKN 847428) gesehen“, berichtet Präger. Das Portfolio investiert hauptsächlich in deutsche Bluechips und hat sich im vergangenen Monat mit einem Plus von 2,1 Prozent nur leicht schwächer entwickelt als der DAX, der im gleichen Zeitraum 2,45 Prozent gewonnen hat. Der cominvest Fondak kommt nur auf 1,6 Prozent, während im Allianz Europe Small Cap sogar ein Minus von 3 Prozent für den vergangenen Monat zu Buche steht.

Biotech kommt weiter unter die Räder

Während bei den breiteren Aktienfonds trotz überwiegender Verkäufe die Lage grundsätzlich noch stabil zu sein scheint, wird bei Biotech-Portfolios nur noch die Verkaufstaste gedrückt. „Der Trend der vergangenen Wochen setzt sich ganz klar fort: Überall, wo ‚Bio’ drauf steht, wollen Anleger nur noch raus. Dementsprechend nehmen Biotechnologie-Fonds auch in dieser Woche wieder die obersten Ränge der Handelsstatistik ein“, meldet Wöllnitz.

Die stärksten Rückflüsse verbucht der Spezialist im DWS Biotech (WKN 976997), im Dexia Equities L Biotechnology (WKN 939838) sowie im SEB Concept BioTech (WKN 542164).

Mischfonds uneinheitlich

So gemischt wie die Fonds selbst, sind derzeit die Handelsrichtungen in Mischfonds. Zuspruch findet laut Wöllnitz etwa der sehr stark diversifizierte StarCapital Winbonds plus (WKN A0J23B). Das regional breit aufgestellte Portfolio investiert knapp die Hälfte des Fondsvermögens in Anleihen, fast ein Drittel machen Barmittel aus, Aktien etwas weniger als ein Fünftel. Die Rendite für die vergangenen vier Wochen liegt bei etwas über 1 Prozent. Ein ausgeglichenes Käufer/Verkäufer-Verhältnis verbucht Wöllnitz indes im M&G Optimal Income Fund (WKN A0MND8), der ARERO – Der Weltfonds (WKN DWS0R4) wird laut Präger indes überwiegend abgestoßen.

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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG
© 15. April 2014

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