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Fonds: Stimmungsresistent

Marktbericht vom Handel mit Publikumsfonds

Trotz DAX-Rekord: Echte Kauflust kommt bei Fondsanlegern nicht auf. Wer kauft, nimmt meist Portfolios mit europäischen Aktien. Bei Mischfonds wird ganz genau hin geschaut.

17. September 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass der DAX im September – eigentlich der Angstmonat der Börsianer – bereits um 500 Punkte zugelegt und gestern sogar ein neues Rekordhoch markiert hat, hinterlässt im Fondshandel wenig Spuren. „Die allgemein positive Stimmung kommt bei uns kaum an“, bemerkt Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Das Orderaufkommen sei „normal“. Wie bereits in der Vorwoche – und anders als in den Vormonaten – seien allerdings viele Privatanleger unterwegs. „Kurzfrist-Händler sehen wir im Moment weniger.“

Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank nennt als beherrschende Themen der vergangenen Woche die nachlassende Gefahr einer Intervention in Syrien, den starken Euro und den sinkenden Goldpreis. „Außerdem geht es weiter um die Frage, ob und wann die US-Notenbank das Ende der lockeren Geldpolitik einläutet.“ Am morgigen Mittwoch entscheiden die Notenbanker darüber, ob sie schon im September mit der angekündigten Drosselung der Anleihekäufe beginnen wollen.

Europäische Unternehmen können punkten

Überwiegend Käufe hat Deisenroth-Boström in deutschen und europäischen Aktienfonds beobachtet, etwa im DekaFonds CF (WKN DK2D7T), im Threadneedle Pan Europe Small Companies (WKN A0HMGB) und im DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN 976986). Eher auf den Abgabelisten hätten hingegen der Cominvest Fondak (WKN 847101), der DWS Investa (WKN 847400) und der DWS Deutschland (WKN 849096) gestanden. Rege nachgefragt wurde Orlemann zufolge auch der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0M8HD), der sich auf deutsche Nebenwerte konzentriert. „Um den Fonds war es zuletzt etwas stiller geworden, jetzt ist aber wieder mehr los.“

US-Fonds leiden unter Dollar-Schwäche

Eindeutig nicht mehr gut an kamen US-Dollar-lastige Fonds, wie Deisenroth-Boström registriert hat: „Der starke Euro macht sich hier bemerkbar.“ Nach einem Schwächeanfall Ende August wird die Gemeinschaftswährung aktuell wieder über 1,33 US-Dollar gehandelt. Betroffen sei vor allem der DWS Topdividende (WKN 984811). Daneben seien auch der DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN 847652) und der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (WKN 977479) abgestoßen worden. Leichte Käufe habe es hingegen im WM-Aktien-Global UI-Fonds (WKN 979075) gegeben. Hohe Umsätze verzeichnete im Übrigen einmal mehr der Renditerenner DWS Biotech (WKN 976997), wie Orlemann festgestellt hat. „Hier wurden aber beide Richtungen gespielt.“

Eher ruhig zu ging es im Handel mit asiatischen Aktien. „Käufe und Verläufe hielten sich die Waage“, erklärt Deisenroth-Boström. Zuflüssen im Invesco Greater China (WKN 973792) und im Allianz Thailand Equity (WKN A0Q1LJ) hätten Abflüsse im Templeton Asian Growth (WKN 785343) und im DWS Top Asien (WKN 976976) gegenübergestanden.

Mischfonds: Nicht jeder überzeugt

Zwar machen die meisten Mischfonds in diesem Jahr im Vergleich zu Aktienfonds keine gute Figur, Anleger entscheiden sich aber immer wieder gerne für die breit streuenden Produkte – wenn die Rendite stimmt. „Ganz oben auf unserer Umsatzliste steht wieder einmal der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430), und da gab es fast nur Käufe“, berichtet Orlemann, Ebenfalls meist gesucht gewesen sei der M&G Optimal Income (WKN A0MND8).

Keinen Zuspruch mehr finde hingegen der Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0). „Wir hatten drei Viertel Ab- und ein Viertel Zuflüsse.“ Der Fonds, der im Krisenjahr 2008 mit einem Plus auftrumpfen konnte, hat zuletzt nicht mehr überzeugt – auch wegen zu hoher Engagements in Schwellenländern. Vergangene Woche hat die Rating-Agentur Morningsstar dem Fonds – zusammen mit dem ausschließlich auf Aktien setzenden Carmignac Investissement (WKN A0DP5W) – sogar die Top-Note entzogen. Als Grund wurde die schwächere Wertentwicklung in den vergangenen Jahren genannt. Im laufenden Jahr kommt der Carmignac Patrimoine auf ein Plus von lediglich 0,80 Prozent, der Flossbach von Storch hingegen auf 6,9 Prozent.

Abgaben in Minenfonds

Die neuerliche Goldpreisschwäche führte daneben zu Abgaben von Minenfonds. „Wir hatten nur Verkäufe – allerdings bei überschaubaren Umsätzen“, berichtet Deisenroth-Boström. Abgegeben worden seien etwa der BlackRock Global World Mining (WKN A0BMAR) und der Gold Equity (WKN 757324). Der Goldpreis, der sich im Juli und August etwas erholte, legt wieder den Rückwärtsgang ein. Aktuell wird die Feinunze zu 1.319 US-Dollar gehandelt.

Ein durchwachsenes Bild ergibt sich im Handel mit Immobilienfonds: Während der CS Euroreal (WKN 980500) laut Orlemann gleichermaßen Käufer und Verkäufer fand, hätten sich Anleger vom nach wie vor offenen Deka-ImmobilienEuropa (WKN 980956) eher getrennt.

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von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 17. September 2013

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