Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Geschichte wiederholt sich

Fundresearch
Geschichte wiederholt sich

Am Montag war es wieder soweit: Der DAX sauste unter die 10.000 Punkte Marke, der Shanghai Composite Index stürzte um 8,5 Prozent auf 3.211 Punkte und auch der Dow Jones verlor im Abwärtsstrudel teilweise sechs Prozent. Nachdem in China die Börsen lange Zeit nur aufwärts strebten, machen sich nun Sorgen breit. Die Geschichte zeigt jedoch: Überraschend sind solche Dynamiken nicht.

Die erste Börse wurde voraussichtlich im 15. Jahrhundert in Brügge gegründet. Damals handelte dort die Kaufmannsfamilie van der Beurse mit Wechseln. In Deutschland entstanden die ersten Börsenplätze wohl Mitte des 16. Jahrhunderts in Nürnberg, Augsburg und Frankfurt. Der Handel mit Aktien, für den Börsen heute bekannt sind, startete jedoch erst im 18. Jahrhundert. Im selben Jahrhundert (1792) wurde der Grundstein für den wohl bekanntesten Börsenplatz der Welt, die New Yorker Börse, gelegt. Der ersten Spekulationsblase erlagen Anleger aller Voraussicht nach aber bereits am 7. Februar 1637 in den Niederlanden Getrieben durch die Annahme, dass Preise für Tulpenzwiebeln nur eine Richtung kennen, kauften Investoren massenweise Tulpenzwiebeln bzw. Optionen darauf. Bei der alljährlich stattfindenden Versteigerung blieb die Nachfrage jedoch aus und die Preise fielen ins bodenlose.

Einer ähnlichen Dynamik erlagen Anleger am 24. Oktober 1929. Jahrelang ging es aufwärts für den Dow Jones. Aktien wurden mit Krediten finanziert, um am Trend teilzuhaben. Das ging so lange gut, bis die Kurse stagnierten - und schließlich die Hölle losbrach als sie ins Rutschen kamen. Als „Black Thursday“ (in Europa „Schwarzer Freitag“) ist der Tag heute bekannt. Er markiert den Auftakt der Weltwirtschaftskrise.

1971 hielt schließlich die Maschine Einzug in die Börsenwelt. Die National Association of Securities Dealers Automated Quotations (NASDAQ), eine vollelektronische Handelsplattform, wurde gegründet. Erst 1997 wird in Frankfurt das Exchange Electronic Trading (Xetra) eingeführt.

Am 19. Oktober 1987 ging es an der Wallstreet abermals in den Keller. In den Jahren zuvor kannten Kurse wieder nur eine Richtung: Himmelwärts. „Seit 1982 trampelten die Bullen durch die Wall Street“, beschrieb der „Spiegel“ die Situation damals. Als wahrscheinlichster Auslöser für den Crash gilt der Vertrauensverlust in den US-Dollar. 22,6 Prozent verlor der Dow-Jones an nur einem Tag - der erste große Börsencrash nach dem Zweiten Weltkrieg. An den Börsen in Tokio, Sidney und Hongkong verpuffte das Börsenkapital. Innerhalb eines Jahres erholten sich die Kurse jedoch wieder. Nach 15 Monaten erreichte der Dow Jones wieder seinen Stand von vor dem Crash.

Im Mai 2010, kurz nach der Finanzkrise von 2008, rutsche der Dow Jones innerhalb von Minuten um rund zehn Prozent ab. In der „New York Times“ konnte man damals lesen: „Für einen Moment schien es, als würde der Ausverkauf Computer und auch menschliche Systeme überwältigen.“ Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Schuld daran könnten Computer sein. Diese verkaufen Aktien automatisch, sobald der Kurs unter einen bestimmten Wert fällt. „Meine Hypothese wäre, dass Hochfrequenzhandel in extremen Marktphasen eine destabilisierende Wirkung hat“, zitierte die „Financial Times Deutschland“ damals den Berliner Ökonom Nikolaus Hautsch. Es sei jedoch sehr schwer an Daten zu kommen, denn die Betreiber wollten nicht, dass ihre Strategien identifiziert werden können. Der Kursverlust vom Mai 2010 wird heute „Flash-Crash“ genannt.

(TL)

powered by

Kurs zu Dow Jones Index

  • 16.670,00 Pkt.
  • +1,95%
28.08.2015, 23:15, Deutsche Bank Indikation

Zugehörige Derivate auf Dow Jones (12.297)

Derivate-Wissen

Mit Kapitalschutz in den "Dow Jones" investieren?

Mit Garantiezertifikaten können Sie ohne Risiko in den "Dow Jones" investieren.

Erfahren Sie mehr zu Garantie-Zertifikaten