Am Ende halfen auch seine legendären Überredungskünste nicht. Der 45-jährige Maurizio Borletti musste sich Ende September 2010 im Bietergefecht gegen den fünf Jahre älteren Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen geschlagen geben. Dabei hatte er mit 100 Millionen Euro deutlich mehr geboten als sein Widersacher.
Der Mailänder, der zwar fließend Englisch, dafür aber kein Deutsch spricht, hatte es sich mit der Gewerkschaft Verdi verscherzt. Um Karstadt wieder rentabel zu machen, hatte Borletti längere und flexiblere Arbeitszeiten gefordert. Verdi - in deren Tarifausschuss auch Vertreter des Karstadt-Wettbewerbers Kaufhof sitzen - hatte dies in der Gläubigerversammlung als nicht verhandelbar zurückgewiesen.
Gleichzeitig fuhr die Gewerkschaft damals starke PR-Geschütze gegen den Italiener auf. Borletti habe seine eigenen italienischen und französischen Warenhäuser nicht im Griff, behauptete sie. Was Verdi in Wirklichkeit viel mehr fürchtete: Im Vorfeld schon hatte der Mailänder durchblicken lassen, dass ihm eine Fusion der Konkurrenten Karstadt und Kaufhof nicht ungelegen käme. Für Verdi eine Kampfansage.
Schließlich glaubte die Gewerkschaft damit Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Dabei kennt sich Borletti mit Karstadt aus. Schon mit Ex-Chef Thomas Middelhoff hatte der italienische Kaufhausbesitzer um eine Kooperation verhandelt, die später im Kauf von mehreren Karstadt- Immobilien endete. Borletti, der stets zwischen seinem Mailänder Büro und Paris pendelt, wo seine amerikanische Ehefrau und die fünf Kinder wohnen, ist Spross e
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