Nach dem Skandal bei der Großbank Barclays will Großbritannien hart gegen die illegale Manipulation von Marktzinsen wie dem Libor vorgehen. „Wer Marktindizes fälscht, muss dafür ins Gefängnis gehen“, sagte der britische Minister für Finanzmarkt-Regulierung Mark Hoban dem Handelsblatt. Die britischen Ermittlungsbehörden sollten zudem das Recht bekommen, die Telefone von Bankern abzuhören und E-Mail-Accounts zu überprüfen, um kriminellen Aktionen auf die Schliche zu kommen.
Auch die Kommunikation der Banker bei Facebook und Twitter solle künftig kontrolliert werden. Entsprechende gesetzliche Regelungen sollten in Großbritannien bis Jahresende in Kraft treten. Nach den Worten des Minister sind weltweit „zehn bis 14 Banken“ in den Skandal um die Libor-Manipulation verwickelt. Zuerst sei die Bank Barclays damit aufgefallen. "Barclays war der Auslöser für die Ermittlungen. Diese haben dann ergeben, dass auch Banken in anderen EU-Staaten, in Japan und in den USA beteiligt sind", sagte Hoban.
Unterdessen sind in der neue E-Mails aufgetaucht, die die britische Notenbank belasten könnten. Demnach kontaktierte deren Vize-Gouverneur Paul Tucker im Oktober 2008 mehrmals den damaligen Chef-Investmentbanker und späteren Vorstandschef von Barclays, Bob Diamond. In einem Fall monierte Tucker offen den hohen Preis eines von Barclays begebenen Bonds, wie aus dem Schriftverkehr hervorgeht.
Die britische Notenbank wies jede Verantwortung während einer Anhörung am Montagabend von sich. Die Bank of England sei keine Regulierungsbehörde gewesen und habe keine Verantwortung für den Libor-Satz gehabt, sagte Vize-Gouverneur Paul Tucker am Montag vor einem Parlamentsausschuss in London. Von der Regierung sei er nicht ermutigt worden, die Bank Barclays unter Druck zu setzen, niedrigere Libor-Angebote einzureichen....
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