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HSBC-Chef bezeichnet Steuerskandal der Bank als "Schande"

Reuters

- von Steve Slater und Matt Scuffham

HSBC-Chef bezeichnet Steuerskandal der Bank als "Schande"

London (Reuters) - Die britische Großbank HSBC wertet ihre Steueraffäre in der Schweiz als "Schande".

Dieses Wort benutzte am Montag Vorstandschef Stuart Gulliver. Er entschuldigte sich erneut für Verfehlungen bei der Schweizer Tochter. Der Fall erinnere die Bank daran, wie viel noch zu tun sei. Weil neben dem Reputationsschaden auch der Gewinn im vergangenen Jahr einbrach, stürzte die HSBC-Aktie an der Londoner Börse ab.

"Ich denke, es ist angemessen, von einer Schande zu sprechen", sagte der seit 2011 amtierende Gulliver vor Journalisten. Das Image der Bank habe schweren Schaden genommen. Europas größtes Geldhaus wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen. Daraus seien aber Konsequenzen gezogen worden, hatte das Management zuletzt bereits betont. Mittlerweile seien die Kontrollen und internen Vorgaben auf dem neusten Stand.

Der Fall hat auch die Politik auf den Plan gerufen, nachdem zahlreiche Medien berichtet hatten, HSBC habe in der Schweiz Wohlhabenden bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche geholfen. Darunter seien neben Industriellen auch Schauspieler, Sportler, Musiker sowie Waffenhändler und Diktatoren. Am Mittwoch muss sich HSBC-Verwaltungsratschef Douglas Flint den Fragen von Parlamentariern stellen.

AKTIE BRICHT EIN

Der Vorsteuergewinn der Bank sank 2014 um 17 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar. Das Ergebnis lag deutlich unter den Analystenerwartungen, weil die Kosten im operativen Geschäft stiegen und mehr Vorsorge für Rechtsstreitigkeiten getroffen wurde, etwa im Zusammenhang mit mutmaßlicher Manipulation des Devisenmarktes. An der Londoner Börse verbilligten sich HSBC-Aktien um knapp sechs Prozent. Sie fielen auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

In Gullivers Amtszeit wurden 77 Geschäftsteile geschlossen oder verkauft sowie 50.000 Stellen gestrichen. Vor allem die Kosten wollte er senken. Nun musste er aber, weil die Bank mehr Kapital zurücklegen muss, das Rendite-Ziel auf mindestens zehn Prozent von einst zwölf bis 15 Prozent senken.

Zudem wurde gerade bekannt, dass Gulliver selbst ein Konto in der Schweiz unterhält. Dieses sei 1998 für Bonus-Zahlungen an den Manager eingerichtet worden, als dieser in Hongkong gearbeitet habe, sagte eine Sprecherin der Bank, ohne ein Volumen zu nennen. Laut Zeitung "Guardian" waren 2007 rund 7,6 Millionen Dollar auf dem Konto. Es gab aber in dem Bericht keine Hinweise auf Regelverstöße. Die HSBC-Sprecherin sagte, auf die Bonus-Zahlungen seien in Hongkong in vollem Umfang Steuern gezahlt worden. Das Schweizer Konto sei zudem freiwillig den britischen Steuerbehörden angegeben worden.

Für 2014 erhielt Gulliver einen Bonus von 7,6 Millionen Pfund (10,3 Millionen Euro), wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Das sind fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Gulliver dürfte damit aber immer noch zu den bestbezahlten Bankern in Europa zählen.

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27.02.2015, 22:03, NYSE

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