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IPO/ROUNDUP: Hapag-Lloyd kündigt Börsengang an

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Containerreederei Hapag-Lloyd macht mit ihren Börsenplänen ernst. Das Unternehmen kündigte am Montag in Hamburg an, noch in diesem Jahr den Sprung aufs Frankfurter Parkett zu wagen. Viele Details wie etwa die Zahl der angebotenen Aktien ließ die Gesellschaft zunächst offen. Das Unternehmen kündigte lediglich an, durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine 500 Millionen US-Dollar erlösen zu wollen. Dieses Geld soll für Investitionen in Schiffe und Container dienen. Zudem will der Reisekonzern Tui Anteile verkaufen. Zuletzt wurde laut Medienberichten erwartet, dass der Konzern bei seinem Börsengang eine Gesamtbewertung von fünf Milliarden Euro anstrebt.

"Der Börsengang ist ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Der Schritt verbessere den Zugang zu den Kapitalmärkten. Dadurch könne der Konzern mehr investieren und wettbewerbsfähiger werden. Damit reiht sich Hapag-Lloyd in die Kette von milliardenschweren Börsengängen in denn nächsten Wochen ein, wenn der Online-Marktplatzbetreiber Scout24, die Bayer-Abspaltung Covestro und der Autozulieferer Schaeffler den Sprung wagen wollen.

Einen genauen Termin für die Erstnotiz an der Börse nannte Hapag-Lloyd nicht. Allerdings drängt angesichts der jüngsten Nervosität an den Börsen die Zeit. Deshalb dürfte es bei Hapag-Lloyd nun recht schnell gehen und es Kreisen zufolge in gut vier Wochen so weit sein. Zunächst muss das offizielle Börsenprospekt fertiggestellt und genehmigt werden. Das dauert üblicherweise zwei Wochen. Darin stehen dann in aller Regel die genauen Daten wie etwa die Preisspanne, zu der die Aktien verkauft werden sollen. Mit den Daten im Gepäck wird das Unternehmen vermutlich weitere zwei Wochen um die Gunst von Investoren werben und dann endgültig über den Sprung auf Parkett entscheiden.

Zuletzt hieß es, dass Hapag-Lloyd rund 20 Prozent der Anteile an die Börse bringen könnte. Ein Fünftel der im Zuge der Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen Aktien werden dabei von den bisherigen Großeigentümern Klaus-Michael Kühne mit seiner Kühne Martime GmbH und der chilenischen Compañía Sudamericana de Vapores (CSAV) gezeichnet. Beide Investoren geben dafür jeweils 50 Millionen Dollar. Die übrigen 400 Millionen Dollar aus der angekündigten Kapitalerhöhung sollen bei institutionellen Investoren und Privatanlegern eingesammelt werden.

Die Tui hält noch rund 14 Prozent der Anteile ihrer früheren Tochter. Sie möchte den Börsengang zum Verkauf weitere Aktien nutzen. Wie viele das schließlich ein werden, hängt vom Investoreninteresse in den nächsten Tagen ab.

Ein Börsengang von Hapag-Lloyd ist schon lange geplant. Zuletzt brach das Unternehmen aber 2011 wegen der Atomkatastrophe von Fukushima und den dadurch ausgelösten Börsenturbulenzen einen Anlauf ab. Hinter dem Konzern liegen schwere Jahre. Wegen der Finanzkrise brachen die Preise für Schiffsfracht ein. Das Unternehmen musste zunächst mit Staatsgarantien gestützt werden. Schließlich stieg die Stadt Hamburg als Großaktionär ein, um die Zukunft des Traditionsunternehmens zu sichern.

Zuletzt ging es wieder aufwärts. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern unter dem Strich 157 Millionen Euro nach einem Verlust von 173 Millionen ein Jahr zuvor. Die 188 Schiffe transportierten 3,7 Millionen Standardcontainer (TEU), das waren 29,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz legte um 1,5 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro zu. Die hohen Steigerungen sind vor allem auf die Übernahme der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV im vergangenen Jahr zurückzuführen, durch die Hapag-Lloyd zur viertgrößten Containerreederei aufstieg.

Seitdem ist CSAV mit 34 Prozent der Anteile größte Aktionär der Gesellschaft, gefolgt von der der Stadt Hamburg mit 23,2 Prozent und Kühne mit 20,8. Diese drei Großaktonäre haben sich verpflichtet, zehn Jahre nach einem Börsengang einen Anteil von mindestens 51 Prozent behalten zu wollen und ihre Stimmrechte zu bündeln. Damit wollen sie den Konzern langfristig stützen. Neben der Tui liegen weitere kleinere Anteile bei Versicherungen und Banken./enl/zb/fbr

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