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Keine klare Mehrheit nach Parlamentswahl in Irland

Reuters

- von Padraic Halpin und William James

Dublin (Reuters) - Nach der Parlamentswahl in Irland zeichnet sich keine klare Mehrheit ab.

Den vorläufigen Ergebnissen vom Wochenende zufolge verlor die Regierungskoalition von Ministerpräsident Enda Kenny deutlich. Experten nannten eine Allianz von dessen Partei Fine Gael und dem traditionellen Rivalen Fianna Fail die rechnerisch einzige Möglichkeit für eine Regierungsbildung. Allerdings hatten Vertreter beider großen Parteien in den vergangenen Wochen wiederholt eine solche Koalition ausgeschlossen und von einem "Alptraum"-Szenario gesprochen. Damit könnte eine weitere Wahl notwendig werden.

Den am Sonntag vorliegenden Ergebnissen zufolge erhielt Kennys Fine Gael 26 Prozent der Stimmen nach 36 Prozent bei der Abstimmung 2011. Der Koalitionspartner, die Labour-Partei, erhielt sieben Prozent. "Es wird nicht wieder eine Regierung von Fine Gael und Labour geben", räumte Kenny am Samstagabend ein. Fianna Fail dürfte ein Viertel der Stimmen erhalten. Sinn Fein, der ehemalige politische Arm der IRA, erhielt 15 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse dürften Anfang der Woche feststehen.

Experten erklärten, bei diesem Ausgang kämen nur zwei Optionen infrage: Neuwahlen oder eine Koalition von Fine Gael und Fianna Fail. "Entweder wir wählen jetzt nochmal und lassen die Auszählung bleiben, oder wir lassen sie jetzt einen Monat oder so herumwursteln und vielleicht können sie dann an das Undenkbare denken", sagte der Politikprofessor Michael Marsh von der Trinity College in Dublin.

Wie in Portugal und Spanien kamen bei der Wahl eine Unzufriedenheit über die jüngsten Sparprogramme und eine Entfremdung von der klassischen Parteilandschaft zur Vorschein. Unabhängige Kandidaten und kleinere Parteien schnitten deutlich stärker ab. Zwar boomt die Wirtschaft auf der grünen Insel nach dem mehrjährigen Sparkurs im Zug der weltweiten Finanzkrise: Das Land dürfte 2016 zum dritten Mal in Folge Wachstumssieger in Europa werden. Viele Iren haben jedoch genug von Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen. "Für etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung findet die Erholung nicht statt", sagte ein Wähler in Dublin zur Wirtschaftslage. "Es ist eine Erholung für die Reichen."

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