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Klamme Griechen jonglieren mit IWF-Geldern

Reuters

Athen (Reuters) - In ihrer Geldnot greift die griechische Regierung in die Trickkiste:

Klamme Griechen jonglieren mit IWF-Geldern

Zur Rückzahlung eines Kredits des Internationalen Währungsfonds von 750 Millionen Euro zog sie 650 Millionen Euro von einem eigenen IWF-Konto ab, wie mehrere Regierungsvertreter am Dienstag in Athen einräumten.

Das Konto müsse in einigen Wochen wieder aufgefüllt werden. Bei den Kommunen und Behörden kratzte die Regierung in Athen zudem bisher 600 Millionen Euro zusammen, um zahlungsfähig zu bleiben. Im Reformstreit mit der Euro-Zone sieht Finanzminister Wolfgang Schäuble keine wesentlichen Fortschritte: "Die Zeit läuft ab."

Die griechische Regierung hatte die 750 Millionen Euro am Montag an den IWF überwiesen. Zusammen mit den Euro-Staaten hält der Internationale Währungsfonds das Land seit 2010 mit 240 Milliarden Euro über Wasser. Kann die Regierung ihre Schulden nicht mehr bedienen, droht ein finanzieller Kollaps.

Um den Rückzahlungstermin an den IWF zu halten, gab sich die Regierung sozusagen selbst Kredit: IWF-Mitglieder unterhalten dort zwei Konten. Auf einem sind die Einlagen des Landes bei dem Fonds geparkt, im Falle Griechenlands etwa 1,36 Milliarden Euro. Das zweite Konto ist für Notfälle gedacht. Ein griechischer Regierungsvertreter sagte, die Regierung habe auf dieses zweite Konto zugegriffen - es muss allerdings später wieder aufgefüllt werden. Außerdem habe sie 100 Millionen Euro in bar mobilisiert.

Griechische Regierungsvertreter sagten, der IWF habe dem Zugriff auf das Konto am Samstag zugestimmt. Die Gespräche habe Zentralbankchef Yannis Stournaras geführt.

SCHÄUBLE VERMISST SUBSTANZIELLE FORTSCHRITTE

Der Vorgang zeigt, wie dringend das seit fünf Jahren vom freien Kapitalmarkt abgeschnittene Land weitere Hilfe des IWF und seiner Euro-Partner benötigt. Die von Linkspopulisten geführte Regierung streitet mit ihnen über die Reformauflagen.

Auch ein weiteres Euro-Finanzministertreffen am Montag hatte keinen Durchbruch gebracht Schäuble sagte am

Dienstag: "In der Sache sind die Fortschritte nicht vergleichbar mit der Verbesserung der Atmosphäre." Er wies darauf hin, dass die Zeit bis zum Ende des Hilfsprogramms Ende Juni knapp werde.

Außerdem betonte Schäuble, dass vor weiteren Überweisungen die Schuldentragfähigkeit des Landes gewährleistet sein müsse. Andernfalls werde der IWF einer Einigung nicht zustimmen. Konkret dreht sich der Streit derzeit um die Auflagen für die letzte Tranche von 7,2 Milliarden Euro aus dem Hilfsprogramm.

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