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Kliniken fordern eine Milliarde Euro für Notfallversorgung

Reuters

Berlin (Reuters) - Den rund 2000 deutschen Krankenhäusern fehlen nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Euro, um die Versorgung von Notfällen auch in Zukunft sicherzustellen.

Die Notaufnahmen seien vielerorts stark überlastet und "absolut unterfinanziert", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung eines Gutachtens zu dem Thema. Die Kliniken würden immer stärker zum Lückenbüßer für die eigentlich zuständigen Bereitschaftsdienste der Kassenärzte.

Die Notaufnahmen würden durch die Vergütungsregelungen der Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen diskriminiert und müssten zudem einen zehnprozentigen Investitionsabschlag hinnehmen. Einem durchschnittlichen Erlös von 32 Euro pro Notfall stünden Fallkosten von mehr als 120 Euro gegenüber. Bei mehr als zehn Millionen ambulanten Notfällen beliefen sich die nicht gedeckten Kosten auf eine Milliarde Euro. Für die Notfallversorgung im Krankenhaus müsse daher eine neue Form der Vergütung geschaffen werden, "die den Behandlungsmöglichkeiten und den damit verbundenen Kostenstrukturen der Krankenhäuser Rechnung trägt", forderte Baum.

Der Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Forian Lanz, griff die Kliniken wegen ihrer Forderung scharf an. "Wenn zunehmend einfache Erkrankungen in der Notaufnahme auftauchen, dann kann man nicht in jedem Fall die Vorhaltekosten komplexer Hightech-Medizin mit abrechnen." Die Krankenhäuser müssten ihr Leistungsangebot den Bedürfnissen der Patienten anpassen und nicht einfach nach mehr Geld rufen.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sagte, die Klagen zeigten, dass die Kliniken schon heute überfordert seien und die von der Politik geplante weitere Öffnung für ambulante Leistungen nicht verkraften könnten.

CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn unterstrich den Willen der Koalition, die Notfallambulanzen stärker mit dem ambulanten ärztlichen Notdienst zu verzahnen. "Dann kann man auch über eine bessere Vergütung reden", sagte er.

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