Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Life Science – die Branche boomt

onemarkets Blog

Die Krebsforschung ist nur ein Bereich, von dem sich Pharma- und Biotechnologiefirmen neues Wachstum erhoffen.
Von welchen weiteren Trends der Sektor profitieren dürfte und wie Anleger investieren können.

„Es geht mir gut“, sagte Thomas R. (Name von der Redaktion geändert). Das Lächeln war etwas verhalten und statt seiner sonst eher selbstbewussten Art stimmte Thomas nun deutlich leisere Töne an. Einige Wochen zuvor wurde bei ihm nach einer Routineuntersuchung Krebs diagnostiziert. Die ersten Therapien hinterließen bereits ihre Spuren. Der Hobby-Triathlet weiß allerdings, was es heißt durchzuhalten, zu kämpfen und gegebenenfalls über die körperlichen Grenzen hinauszugehen. „Ich habe noch zehn Chemos. Dann habe ich es geschafft.“ Thomas R. ist kein Einzelfall. „In Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs, etwa 220.000 sterben an den Krankheitsfolgen. Krebs ist damit die zweithäufigste Todesursache in Deutschland“, heißt es im jüngsten Bericht des Bundesgesundheitsministeriums. Die moderne Medizin hat die Pest, den Typhus, die Pocken besiegt. Gegen den Krebs wurde jedoch noch kein Allheilmittel gefunden. Aus Angst, dieser Volkskrankheit zum Opfer zu fallen, setzen viele Menschen auf eine gesunde Ernährung oder greifen zu den verschiedensten Hausmittelchen. Wissenschaftlich geht es dagegen jedes Jahr in Chicago zu, wenn sich Hunderte Krebsspezialisten aus aller Welt zur ASCO-Tagung (American Society of Clinical Oncology) treffen. Der Kongress, der in diesem Jahr vom 29. Mai bis 2. Juni stattfindet, gilt als die wichtigste Fachveranstaltung der Branche. Jahr für Jahr präsentieren Mediziner und Forscher dort ihre aktuellen Studienergebnisse und schüren damit Hoffnungen auf neue Heilmethoden.

Milliardenmarkt

Krebsforschung bei Bayer

Krebs ist für die Pharma- und Biotechnologiebranche ein lukratives Feld. Weltweit wurden 2014 erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar für die Krebsbehandlung ausgegeben. Eine Vielzahl neuer Medikamente wurde kürzlich zugelassen oder steckt gerade in der Entwicklungsphase. Krebs ist keineswegs die einzige Volkskrankheit, welche Milliarden-Umsätze für die Life-Science-Branche generiert. Für die Behandlung von Arthritis, Diabetes oder Multipler Sklerose werden Jahr für Jahr ebenfalls enorme Summen aufgebracht. Laut der Studie „Global Life Sciences Outlook“ der Beratungsgesellschaft EY (früher Ernst & Young) wurden 2014 weltweit Pillen, Spritzen und sonstige Medikamente im Wert von 1,2 Billionen US-Dollar verschrieben. Bis 2018 dürften die Umsätze den EY-Experten zufolge auf rund 1,6 Billionen US-Dollar steigen. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Kanada. Neu ist der Boom am Life-Science-Markt, der die Bereiche Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik umfasst, nicht. Allerdings hat sich die Branche in den vergangenen Jahren gewandelt.

Neues aus der Pharmabranche

Die Entwicklung von neuen Medikamenten ist in der Regel ein langwieriger Prozess.

Früher ging es den Pharmaherstellern in erster Linie um ein möglichst großes Produktportfolio. Paradebeispiel ist der Viagra-Hersteller Pfizer. Er schaffte es durch die milliardenschweren Übernahmen von Warner-Lambert, Pharmacia und Wyeth zeitweise auf Platz eins der Pharmabranche. Dieses Gießkannenprinzip bewährte sich allerdings nicht. Zahlreiche Patente von Medikamenten, die mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz generierten, sogenannte Blockbuster, liefen aus und wurden eingestellt - ohne dass ein Nachfolgepräparat die Ausfälle kompensiert hätte. Zudem zeigte sich, dass durch Übernahmen kaum Synergien und damit kaum Kosten eingespart werden konnten. Seit Beginn der Finanzkrise 2008 haben die Unternehmen ihre Strategie daher geändert. Vor allem Randbereiche wurden abgestoßen. Bestes Beispiel dafür ist der deutsche Platzhirsch Bayer. Die Leverkusener planen, die Kunststoffsparte Material Science zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Derlei Restrukturierungen hat fast jeder Pharmakonzern hinter sich oder plant sie. Vom Gemischtwarenladen mutieren die Unternehmen zu Spezialitätenanbietern. Der Fokus richtet sich zunehmend auf Bereiche, in denen die Konzerne bereits stark positioniert sind. Um dort weiter zu wachsen, wird geforscht, getauscht und gekauft.

Auf der Suche nach Blockbustern

Vom Reißbrett bis zur Marktzulassung eines Medikaments vergehen meist mehr als zehn Jahre, Milliarden werden verschlungen (siehe auch Diagramm „Phasen der Medikamentenentwicklung“). Im Schnitt schaffen es aber nur zwei von zehn Kandidaten überhaupt, die Forschungs- und Entwicklungskosten einzuspielen. Um die Produktpipeline zu füllen, wird deshalb auch verstärkt zugekauft. Nils Behnke, Partner bei der Unternehmensberatung Bain & Company, zeigte kürzlich in einer Studie, dass die besten Pharmaunternehmen mehr als 70 Prozent der Umsätze mit Produkten erzielen, die nicht in den eigenen Labors entstanden sind. Vielmehr wurden sie in Kooperationen entwickelt oder in einem fortgeschrittenen Stadium erworben. Dass die Branche in Bewegung ist, zeigen auch andere Fakten. Nach Angaben von EY belief sich das Volumen der 2014 vollzogenen Fusionen und Akquisitionen auf über 200 Milliarden US-Dollar - und damit auf das Doppelte des aktuellen 10-Jahres-Durchschnittswertes.

Boom bei Biotechnologie

Wer auf den steilen Anstieg des NYSE Arca Biotech Index blickt, erkennt, wie rasant sich der Biotechsektor in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Bestes Beispiel: Gilead Sciences. Die Aktie des US-Biotechnologiekonzerns hat sich in den zurückliegenden fünf Jahren versechsfacht (Stand: 12. Mai 2015). Ende 2013 erhielt das Unternehmen die Zulassung für das Hepatitis-C-Medikament Sovaldi. Stolze 1.000 US-Dollar kostet der Einsatz des Mittels am Tag. Das reichte, um Gilead Sciences gleich im ersten Jahr einen Umsatz von über 10 Milliarden US-Dollar zu bescheren. Ein Medikament zur Behandlung der Immunschwächekrankheit HIV steht vor der Zulassung. Die Umsatzdimension von Sovaldi ist zwar eine Ausnahme. Dass das Präparat aus einem Biotechlabor stammt, hingegen nicht. 2013 schafften es sieben Biotechprodukte unter die Top Ten der umsatzstärksten Medikamente. Anderes Beispiel: Amgen wurde 1980 gegründet. 1989 kam das erste Medikament Epogen auf den Markt und wurde gleich zum Blockbuster. Heute ist Amgen der größte Biotechkonzern der Welt.

Der Ansatz bei der Erforschung neuer Medikamente ist bei Biotechfirmen ein anderer als bei Pharmaunternehmen. Pharmaunternehmen gehen meist den chemiebasierten synthetischen Weg, um zunächst in kleinen Dosen ein Mittel zu entwickeln und zu testen. Biotechs wie Amgen, Biogen oder Gilead Sciences hingegen manipulieren Mikroorganismen oder verwenden genetisch veränderte lebende Zellen als Komponenten, um Mittel gegen Krebs, Arthritis oder andere Krankheiten herzustellen. Zahlreiche Pharmaunternehmen haben längst erkannt, dass sich mit Biotechnologie die eigene Produktpipeline „dopen“ lässt und scheuten daher nicht zurück, enorme Summen für das entsprechende Knowhow zu zahlen. Oftmals gut angelegtes Geld. Zum einen wird die eigene Innovationskraft erhöht. Zum anderen hat die Erfahrung gezeigt, dass biotechnologisch hergestellte Medikamente häufig schwerer nachgeahmt werden können. Läuft also der Patentschutz ab, vergehen oftmals noch Jahre, bis ein Nachahmer auf dem Markt ist. Aktuelle Beispiele zeigen, dass Pharmakonzerne mit Unterstützung der Biotechabteilungen in der Lage sind, neue potenzielle Blockbuster auf den Markt zu bringen. So erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) dem Krebsmedikament Opdivo von Bristol-Myers Squibb binnen vier Monaten für zwei Anwendungsbereiche die Zulassung. Merck & Co. gab kürzlich bekannt, dass Tests mit dem Hautkrebsmedikament Keytruda vorzeitig beendet wurden, weil die Wirksamkeit schon festgestellt werden konnte.

Fixe FDA und neue Trends

Beflügelt wird die Innovationskraft der Life-Science-Konzerne nicht nur durch neue Entwicklungsmethoden, sondern auch von einer scheinbar neuen Politik der US-Gesundheitsbehörde. Vergangenes Jahr hat die FDA insgesamt 41 Medikamente neu zugelassen. Mehr als jemals zuvor in einem Jahr. Je höher die Zahl der Zulassungen, umso höher ist die Effizienz der Pharmaunternehmen. Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden schon zehn neue Medikamente zugelassen. Die FDA hält also am Kurs fest. Dies wiederum kurbelt die Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den Labors an. Die jüngsten Zulassungen in den USA zeigen auch noch einen anderen Trend: die steigende Bedeutung der Immun-Onkologie. Dieser Bereich war schon auf der ASCO-Tagung 2014 eines der beherrschenden Themen. Opdivo von Bristol-Myers Squibb ist die erste zugelassene Immun-Therapie gegen Lungenkrebs. Weitere Unternehmen wie Merck & Co., Novartis und Roche drängen ebenfalls in den Markt. Pfizer will 2015 knapp drei Milliarden US-Dollar allein in dieses Segment investieren. Und noch eine Entwicklung fällt auf: die rasch steigenden Kosten. Bei neuen Krebsmedikamenten betragen diese in den USA im Monat durchschnittlich mehr als 10.000 US-Dollar.

Attraktive Anlagemöglichkeiten

Eine breite Streuung ermöglichen Indexprodukte etwa auf den NYSE Arca Biotechnology Index, der die 30 größten Biotechnologieunternehmen in Nordamerika umfasst. Dazu zählen etablierte Firmen wie Amgen und aufstrebende Unternehmen wie der Molekulardiagnostiker Cepheid und Hersteller von Impfstoffen wie Novavax.

Unter deutschen Unternehmen könnte sich ein Blick auf Bayer und Morphosys lohnen. Der Bayer-Konzern bereitet derzeit – wie bereits erwähnt – die Abspaltung des Material-Science-Bereichs vor. Danach präsentiert sich der Konzern als breit aufgestellter Life-Science-Anbieter, zu dessen Portfolio sowohl Consumer-Care-Produkte (rezeptfreie Medikamente wie Aspirin) als auch Medical-Care-Angebote (zum Beispiel Blutzuckermessgeräte) sowie Pharmaerzeugnisse (verschreibungspflichtige Medikamente wie der Gerinnungshemmer Xeralto oder das Bluthochdruckmittel Adalat) gehören.

Morphosys wiederum ist ein Entwickler von therapeutischen Antikörpern. Der Antikörper MOR103 wurde beispielsweise an GlaxoSmithKline zur Weiterentwicklung und Vermarktung von rheumatischer Arthritis und anderen entzündlichen Autoimmunerkrankungen auslizenziert.

Interessante Anlagealternativen von HypoVereinsbank onemarkets auf diese Aktien finden Sie in der folgenden Tabelle:

LIFE SCIENCE: INVESTIEREN MIT HVB ANLAGEPRODUKTEN
BasiswertProdukttypISINRückzahlungsterminweitere Merkmale
NYSE Arca Biotechnology (Price-) IndexHVB Open End Index Zertifikat*DE000HY0GHZ1Open End
Bayer AGHVB Aktienanleihe ProtectDE000HY8W40726.5.2016Zinssatz p. a.: 3,60 %; Barriere: 75 %**
Morphosys AGHVB Discount ZertifikatDE000HY4830823.12.2015Cap (obere Kursgrenze): EUR 62,50
* Der Emittent, die UniCredit Bank AG, ist berechtigt, das Zertifikat außerordentlich zu kündigen und zum jeweiligen Marktwert angemessen zurückzuzahlen.
** des Referenzpreises am anfänglichen Bewertungstag
Die Produktdetails sind auf der Internetseite www.onemarkets.de veröffentlicht. Die Funktionsweisen finden Sie hier. Alle genannten Produkte sind Schuldverschreibungen der UniCredit Bank AG. Bei deren Insolvenz, also Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, drohen hohe Verluste bis hin zum Totalverlust.
Stand: 12.5.2015; Quelle: HypoVereinsbank onemarkets

Bildnachweise:

© Bayer Healthcare AG
© FotograficaBasic - istockphoto
© David Sucsy - istockphoto
© spaxiax - istockphoto
© kasto80 - istockphoto
© Luso - istockphoto
© trigga - istockphoto

Dies ist eine Werbemitteilung. Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

Funktionsweisen der HVB Produkte.

Der Beitrag Life Science – die Branche boomt erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

Autor: Redaktion

Kurs zu UniCredit Aktie

  • 5,97 EUR
  • -3,31%
29.07.2015, 17:39, Mailand

OnVista Analyzer zu UniCredit

UniCredit auf halten gestuft
kaufen
14
halten
23
verkaufen
4
alle Analysen

Zugehörige Derivate auf UniCredit (713)

Derivate-Wissen

Sie glauben, der Kurs von "UniCredit" wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern?

Mit Discount-Zertifikaten können Sie auch bei unveränderten Aktienkursen eine Rendite erzielen.

Erfahren Sie mehr zu Discount-Zertifikaten