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Mächtiger Aktionärsberater empfiehlt Mega-Wohnungsdeal

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Rückschlag für Deutsche Wohnen im Übernahmepoker auf dem deutschen Immobilienmarkt: Der einflussreiche Aktionärsberater ISS hält eine Fusion mit dem Branchenführer Vonovia für sinnvoller als ein Zusammengehen mit der kleineren Rivalin LEG.

Institutional Shareholder Services (ISS) empfiehlt den Aktionären von Deutsche Wohnen deshalb, gegen den vom Management eingefädelten LEG-Deal zu stimmen, wie aus einem Papier hervorgeht, das Reuters am Freitag vorlag. Ein Zusammenschluss mit Vonovia berge zwar höhere Risiken bei der Integration und der Verschuldung, scheine insgesamt aber mehr Wert zu liefern als ein Schulterschluss mit der LEG, heißt es darin zur Begründung. Deutsche Wohnen wollte sich dazu nicht äußern.

Mit der Kehrtwende von ISS ist das Rennen offener denn je. Viele angelsächsische Fonds folgen der Empfehlung in der Regel. Noch vergangene Woche hatte ISS den LEG-Deal unterstützt, den Deutsche Wohnen im September angekündigt hatte. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn will sich mit der Übernahme in Nordrhein-Westfalen eine neue Wachstumsregion erschließen, da ihm das bisherige Stammgebiet Berlin zu teuer geworden ist. Um die Pläne durchzusetzen, braucht er aber eine Dreiviertel-Mehrheit der Aktionäre hinter sich und ist derzeit auf Werbetour bei den Anlegern.

In dieser Woche grätschte Vonovia mit einer feindlichen Offerte für Deutsche Wohnen dazwischen. Sie soll nur zum Tragen kommen, wenn die LEG-Pläne durchfallen. Dafür trommelt Vonovia-Chef Rolf Buch derzeit ebenfalls bei den Investoren. Bei der "großen Lösung" würden die Nummer eins und zwei der Branche zusammengehen und zusammen eine halbe Million Wohnungen in Deutschland verwalten. Es wäre der größte Deal, den es auf dem hiesigen Immobilienmarkt je gegeben hat. Das Deutsche-Wohnen-Management lehnt ihn allerdings ab, unter anderem weil der Preis zu niedrig ist.

Vonovia bietet eine Prämie von sieben Prozent auf den letzten Schlusskurs vor der Ankündigung. Inklusive Schulden ist die Übernahmeofferte 14 Milliarden Euro schwer. Bei den Großaktionären zeichnet sich derzeit noch kein einheitliches Meinungsbild ab.

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