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Marktstimmung: Sie drehen und sie wenden sich

BÖRSE FRANKFURT

Stimmungsindikator zum DAX

Trotz fundamentaler Unsicherheiten in den USA und Schottland sind die Anleger bullish, vielleicht in Erwartung ausländischer Investoren.

17. September 2014. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Stimmung bei den mittelfristig orientierten Marktteilnehmern kann man derzeit durchaus als flatterhaft, also volatil bezeichnen. Waren in der Vorwoche noch auffallend viele institutionelle Akteure skeptisch gegenüber dem DAX eingestellt, haben wir bei der heutigen Befragung einen deutlichen Zuwachs an Optimismus zu verzeichnen. Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich also wieder in positives Terrain hochgearbeitet und liegt nun bei +12 (Vorwoche -10), so dass er nicht nur absolut gesehen Zuversicht zum Ausdruck bringt. Selbst gegenüber dem Jahresmittel ergibt sich ein leichtes relatives Plus. Diese Veränderung fällt deswegen so stark aus, weil sich per Saldo die Wanderung der befragten Händler fast ausschließlich zwischen früheren Bären und dem Bullenlager abgespielt hat. Dort gab es eine Nettoveränderung von zehn Prozent aller Befragten zugunsten der Haussiers.

Dieses Ergebnis ist deswegen recht überraschend, weil mit der heute zu Ende gehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sowie der morgigen Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands doch einige Unwägbarkeiten auf die Akteure warten. Auch hat die Kursentwicklung während des Berichtszeitraums mit einem DAX-Tief von rund 9.590 Zählern für die Baissiers aus der vergangenen Befragung kaum eine Gelegenheit ergeben, mit deutlichen Gewinnen ihre Engagements zu schließen. Wenn sich diese Akteure dennoch für eine positive Einschätzung des Aktienmarkts entscheiden, muss es dafür offenbar gewichtige Gründe gegeben haben. Dabei scheinen weder eine mögliche Beruhigung der brenzligen Lage in der Ukraine noch die Wette auf eine weiterhin taubenhafte Politik der US-Notenbank oder gar auf einen durchschlagenden Erfolg der EZB-Politik als Motive wirklich zu taugen. Möglicherweise rechnen die mittelfristigen Anleger jedoch mit einem Rückfluss ausländischen Kapitals in den Aktienmarkt, wofür auch die jüngste BofA Merrill Lynch September-Umfrage unter globalen Investoren spräche, die gestern publiziert wurde. Danach hat sich das deutliche negative Sentiment aus dem August im September wieder erholt – netto 18 Prozent der Befragten (zuvor 13 Prozent) haben ihre Aktieninvestments in der Eurozone übergewichtet und elf Prozent planen, dies in den kommenden zwölf Monaten zu tun. Im Vormonat wollten noch per Saldo vier Prozent der Investoren Aktien der Eurozone untergewichten.

Privatanleger: Mehr Überzeugungskäufe

Bei den Privatanlegern hat sich das Sentiment gegenüber der Vorwoche noch einmal verbessert, so dass wir zum dritten Mal in diesem Quartal einen Höchststand des Börse Frankfurt Sentiment-Index von +19 verbuchen konnten. Auch bei diesen Akteuren scheint sich der relativ günstige Stand des DAX für Zukäufe angeboten zu haben.

Die starke Divergenz zwischen institutionellen und privaten Anlegern ist nun mit der jüngsten Stimmungserhebung so gut wie verschwunden. Auch wenn nicht sicher ist, ob die Privatanleger tatsächlich stärker auf weitere geldpolitischen Lockerungen in der Eurozone setzen als die Institutionellen, ist zumindest eines deutlich geworden: Die jüngsten Käufe sind aus Überzeugung getätigt worden. Dies dürfte allerdings auch für die institutionellen Marktteilnehmer gelten. In beiden Panels bleibt der Optimismus jedoch nach wie vor überschaubar, so dass der DAX weiterhin über ein leichtes Aufwärtspotenzial verfügt. Irritierend dabei ist jedoch, dass das Börsenbarometer trotz der guten Stimmung bislang nicht deutlich angezogen hat. Deswegen lohnt sich bei der Beurteilung der Aktienmarktsituation immer wieder ein Seitenblick auf den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar, denn eine Stabilisierung oder gar Erholung könnte als Indiz für nachhaltige Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gelten. Und auf diese ist das Börsenbarometer nach wie vor angewiesen, um mehr Aufwärtsdynamik zu entfalten.

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von Joachim Goldberg, Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
© 17. September 2014

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