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Markttechnik: Langfristige Hausse intakt

Marktbericht vom Handel an der Börse Frankfurt

Trotz fundamentaler Hürden stellt kaum ein Charttechniker die übergeordnete DAX-Hausse in Frage. Kurzfristig hängt Vieles davon ab, wann sich Demokraten und Republikaner auf einen neuen Haushalt und eine neue Schuldenobergrenze einigen.

9. Oktober 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zwischen Hoffen und Bangen scheint sich der deutsche Aktienindex derzeit zu bewegen. Aufgrund des fortdauernden US-Haushaltsstreits halten sich Marktteilnehmer mit Engagements am Aktienmarkt eher zurück, wie die Helaba bemerkt. Zudem gebe es aufgrund der geschlossenen DAX-Kurslücke Risiken auf der Unterseite.

"Die jüngste Entwicklung deutet auf einen verzweifelter werdenden Kampf um die Unterstützungslinie bei knapp 8.600 Punkten", meint Christoph Geyer von der Commerzbank, der dennoch in der kurzfristigen DAX-Abwärtstendenz lediglich eine Trendbestätigung erkennt, die früher oder später nach oben verlassen würde. Charttechniker sind sich allerdings einig, dass es einen nachhaltigen Aufwärtsimpuls ohne ein Übereinkommen im US-Budgetkonflikt vermutlich nicht geben wird.

Das Fundament stimmt

Grund zu erhöhter Nervosität gibt es nach Auffassung von Franz-Georg Wenner derzeit aber nicht. "Das deutsche Aktienbarometer steht solide über wichtigen Unterstützungsmarken", bemerkt der technische Analyst von chartanalysen-online.de. Kurzfristig bleibe der deutsche Bluechip-Index zwar in einer seit gut drei Wochen bestehenden Konsolidierung gefangen, die in den vergangenen Tagen eine verstärkte Abwärtsdynamik erkennen lasse. Bisher falle die Korrektur aber noch sehr harmlos aus, der DAX steht lediglich 200 Punkte unter dem Rekordhoch. "Angesichts des sehr unsicheren Umfelds ist das eine beachtliche Leistung."

Die geringe Markttiefe deutet Wenner als Hinweis auf eine nur sehr kurze Verweildauer in diesem Bereich. Bei einem Ausbruch nach unten komme es zügig zu einem erneuten Test des bisherigen DAX-Monatstiefs und damit der Unterstützung um 8.510 Punkte. Bleibe eine Stabilisierung an diesem Punkt aus, seien weitere Abgaben bis in den Bereich 8.440 bzw. 8.460 Punkte sehr wahrscheinlich. "Spätestens hier über der richtungsweisenden 55-Tage-Linie und dem 50-Prozent-Fibonacci-Niveau der September-Aufwärtsbewegung sollte der DAX zu einer Gegenbewegung ansetzen um größeren Schaden zu vermeiden."

Bleibe der Rücksetzer aus, stelle die steigende 21-Tage-Linie bei 8.610 Zählern eine erste Hürde für den DAX dar. Rund 20 Punkte darüber verlaufe die Begrenzung des kurzfristigen Abwärtskanals, wobei dessen Relevanz derzeit noch sehr gering sei. Wesentlich wichtiger bleibe nach wie vor die Barriere bei 8.700 Punkten. "Erst wenn der DAX diese Ebene überspringt, deutet das Pendel wieder klar auf das Bullenlager."

Bullen halten die Stellung

Nach Ansicht von Karen Szola steht die bestehende langfristige Hausse im deutschen Aktienbarometer derzeit ohnehin nicht zur Dabatte. "Sie wäre erst gefährdet, wenn die grundsolide Unterstützung um 8.070 bzw. 8.100 Punkte durchbrochen würde", meint die technische Analystin für finanzen.net. Der DAX behaupte sich trotz Konsolidierung weiterhin auf einem stattlichen Niveau oberhalb der Unterstützung um 8.550 bzw. 8.500 Punkte.

"Mit dem Absacker bis auf 8.510 Punkten zum Wochenbeginn wurde nun eine der noch offenen Notierungslücken geschlossen, und rund 200 Zähler tiefer liegt ein weiteres offenes Gap, das durchaus in den kommenden Wochen geschlossen werden könnte." Szola geht aber davon aus, dass sich der deutsche Aktienindex nur zeitweise im Bereich um 8.300 Zähler aufhalten wird. "Denn eine Ebene darüber sorgen bereits die gleitenden Durchschnitte der vergangenen 38 und 55 Börsentage für Unterstützung." Diese lägen um 8.420 bzw. 8.460 Punkte. Auf gleichem Niveau befinde sich eine Horizontale, die zwischen August bis Mitte September einen Widerstand dargestellt habe und nun als tragfähiger Halt dienen könne.

Anleger bei bester Laune

Private und institutionelle Anleger beurteilen die Entwicklung im DAX ähnlich optimistisch wie die Charttechniker. Im Vergleich zur Vorwoche steigt der Bull/Bear-Index der Profis deutlich von 54,4 auf 58,9 Punkte. 6 Prozent der Befragten verkaufen ihre Short-Positionen, 2 Prozent gehen Long, 4 Prozent treten an die Seitenlinie.

Aufsteigend von 51,6 Punkten erreicht der der Bull/Bear-Index der Privatanleger in dieser Woche ebenfalls 58,9 Punkte. 8 Prozent der Befragten verlassen die Gruppe der Pessimisten, 6 Prozent wechseln zu den Optimisten, 2 Prozent zur den neutral Gestimmten.

Der Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

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von Iris Merker, Deutsche Börse AG © 9. Oktober 2013

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