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MiFID II – neue Anforderungen an Berater

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MiFID II – neue Anforderungen an Berater

„Mit dem aktuellen Vorhaben zur MiFID-Reform möchte die EU-Kommission die Qualitätsstandards noch weiter anheben“, sagt Dr. Magdalena Kuper, Abteilungsdirektorin beim Bundesverband Investment und Asset Management. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise zielten die Vorschläge darauf ab, die Finanzmärkte effizienter, robuster und transparenter zu machen, die Eingriffsbefugnisse der Aufsichtsbehörden auszuweiten und alle Handelstätigkeiten klaren Verfahren zu unterwerfen. Einen Schwerpunkt der Reform bilde die Stärkung des Anlegerschutzes. „Die künftige MiFID wird insbesondere strengere Anforderungen an den Finanzbetrieb mit sich bringen. Für Privatanleger wird sich dadurch einiges ändern“, erwartet Kuper.Berater müssten künftig ihre Kunden vorab darüber informieren, ob sie unabhängig beraten oder nicht. „Wer sich auf Unabhängigkeit beruft, muss seiner Beratung eine gewisse Bandbreite von Anbietern und Produktarten zugrunde legen“, so die Abteilungsdirektorin. Darüber hinaus wäre eine Bezahlung des Beraters durch den Produktanbieter tabu. Bei der nicht unabhängigen Beratung seien keine Veränderungen geplant. Die EU-Kommission setze auf den Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Beratungsmodellen, indem sie es den Beratern überlässt, ob sie als unabhängig auftreten oder nicht. „Diese Anreize setzende Regulierung ist zu begrüßen, da sie Verwerfungen im Vertriebsumfeld vermeidet und breiten Schichten der Bevölkerung den Zugang zu finanzierbaren Beratungsleistungen sichert“, kommentiert Kuper.Wertpapier-Publikumsfonds, im EU-Jargon „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ (OGAW) genannt, gelten bisher stets als „nicht komplexe Finanzinstrumente“ im Sinne der MiFID. Folglich könnten sie ohne Beratung durch einen Vermittler gekauft werden – beispielsweise über Direktbanken. Künftig sollen OGAW, die bestimmte alternative Anlagestrategien verfolgen und als „strukturierte“ OGAW gelten, ihren Status als nicht-komplexe Finanzinstrumente verlieren. „Damit wären sie für diesen vereinfachten Vertriebsweg nicht mehr geeignet“, sagt Kuper. Paradoxerweise würde dies Garantiefonds und kapitalbesicherte Fonds betreffen, die dann von Direktbanken und Fondsplattformen nur unter erschwerten Bedingungen angeboten werden könnten. Sämtliche OGAW müssten zudem „wesentliche Anlegerinformationen“ bereitstellen – eine knappe standardisierte Darstellung der wesentlichen Charakteristika des Fonds in verständlicher Sprache.Die MiFID-Reform ziele zusätzlich darauf ab, die Spielregeln für alle Finanzvertriebe anzugleichen. „Bisher waren in Deutschland rund 80.000 freie Vermittler von der MiFID ausgenommen“, erklärt Kuper. Für ihre Tätigkeit benötigten sie lediglich einen Gewerbeschein. „Nach der MiFID-Reform sollen die Voraussetzungen für eine Ausnahme verschärft werden. Künftig müssen die Vermittler einer MiFID-ähnlichen Regulierung im Hinblick auf Zulassung und Geschäftsbetrieb unterworfen werden.“ Diese Entwicklung werde in Deutschland schon in weiten Teilen vorweggenommen. Bereits ab dem kommenden Jahr müssten sich freie Vermittler einer Sachkundeprüfung unterziehen sowie eine Haftpflichtversicherung nachweisen.„Anlegerschutz ist ein hohes Gut, und die Vorschläge der EU-kommission liefern wichtige Impulse für eine weitere Verbesserung der Standards“, bewertet Kuper die Brüsseler Reformpläne. Jedoch gebe es Schlupflöcher: „So kann ein und derselbe Fonds dem Kunden entweder direkt oder ‚verpackt‘, zum Beispiel als fondsgebundene Lebensversicherung, verkauft werden.“ Dieser Vorgang unterliege dann nicht der MiFID, sondern dem europäischen Versicherungsvermittlerrecht.(PD)powered by

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