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Ministerin Schwesig legt Konzept für Familiengeld vor

Reuters

Berlin (Reuters) - Mit einem konkreten Konzept will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ihr Modell einer Familienarbeitszeit vorantreiben.

Sie sei bereit, das Modell eines Familiengeldes noch in der laufenden Wahlperiode umzusetzen, sagte Schwesig am Montag in Berlin. Auch CDU und CSU müssten die Frage beantworten, wie sie Eltern in ihrem Wunsch unterstützen wollten, mehr Zeit für die Familie zu haben. Die SPD-Politikerin räumte aber ein, dass das Konzept wohl eher etwas für die nächste Wahlperiode sein wird. Es sei ihre Aufgabe, "Vorschläge zu machen, die über diese Legislatur hinaustragen" und aufzeigten, wo die Reise hingehen solle. Aus der Union kam erste Kritik.

Im Kern geht es darum, dass Väter und Mütter beide ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich zu gleichen Teilen um die Kinder zu kümmern. So sollen Eltern, die 28 bis 36 Wochenstunden und damit 80 bis 90 Prozent ihrer regulären Vollzeit arbeiten, nach diesem Modell ein Familiengeld von 300 Euro erhalten - 150 Euro pro Partner. Das Geld wird bis zu 24 Monate gezahlt, ein Anspruch besteht, bis das Kind acht Jahre alt ist. Alleinerziehende sollen ebenfalls 300 Euro erhalten. Mit dem Modell stehe die gesamte Familie finanziell besser als mit der Variante "er in Vollzeit, sie mit halber Stelle", sagte Schwesig. Für den Bundeshaushalt rechnet die SPD-Politikerin mit Kosten von rund einer Milliarde Euro.

Schwesig sagte, Umfragen zufolge wünschten sich 60 Prozent der Eltern, deren jüngstes Kind zwischen einem und drei Jahren sei, ein solches Modell. Sie wolle besonders Väter ermuntern, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Das Familiengeld sorge auch dafür, die Altersvorsorge zu verbessern. Frauen und Männer hätten zudem ähnliche berufliche Entwicklungschancen.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs monierte, passend zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommmern verspreche Schwesig pauschal Geldgeschenke für Berufstätige mit Kindern. Der neue Vorschlag stehe weder im Koalitionsvertrag noch sei er gegenfinanziert. Er schaffe zudem Mitnahmeeffekte. "Mit seriöser Familienpolitik hat das nichts zu tun", sagte der CDU-Politiker.

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