Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Mittelstand wird starke Position weiter steigern

Börsen-Zeitung, 10.5.2014

Der Mittelstand ist ein deutsches Phänomen, so titelte kürzlich eine deutsche Tageszeitung. Gemeint ist damit, dass die Familienunternehmen das Rückgrat der Wirtschaft bilden. Gerade die bayerischen Sparkassen haben mit ihren Produkten und Lösungen Anteil daran, dass der Mittelstand ein Erfolgsmodell ist.

Beeindruckende Zahlen

Der Mittelstand kann beeindruckende Zahlen vorweisen: 95 % der Firmen zählen zum Mittelstand, ca. 60 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben dort ihre Arbeitsstelle und erwirtschaften rund 40 % der Erlöse. Diese starke Position wird sich auch weiterhin steigern. Die konjunkturelle Dynamik legt weiter zu. Dies führt zu einer guten Stimmung in der Wirtschaft. Den bayerischen Unternehmen geht es deutlich besser als vor einem Jahr, und die Aussichten für dieses Jahr sind optimistisch.

Neben einer steigenden Nachfrage gibt es einen weiteren Grund für die positive Stimmung: Die Unsicherheiten in Bezug auf die Euro-Krise und die damit verbundene Rezession in einigen europäischen Ländern sowie allgemeine wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen haben sich deutlich verringert. In den letzten Jahren führten diese Unsicherheiten dazu, dass sich Unternehmen weitere Kapital- bzw. Liquiditätspolster und Reserven zulegten. Dies führte zu einem Aufbau des Eigenkapitals. Die Bilanzdatenanalyse ergibt für 2012 eine Eigenkapitalquote von 21 %, was einer Verdreifachung innerhalb der letzten zehn Jahre entspricht.

Auch auf die Investitionen haben die Unsicherheiten Einfluss: Mehr als ein Drittel der Unternehmen sehen darin ein Hemmnis für Investitionen. Wenn investiert wurde, dann wurde dies häufiger als üblich aus dem Cash-flow bzw. aus Eigenmitteln finanziert. In der Folge gingen die Investitionskredite im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Nach den neuesten Zahlen setzt im Euroraum eine Erholung ein, die sich breit auf fast alle Länder erstreckt. Auch die Wirtschaft in Frankreich, Spanien und Italien gewinnt an Fahrt, die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist gut.

Rückendeckung gibt es auch vom Sachverständigenrat, der davon ausgeht, dass das Wachstum in Deutschland 2014 auf 1,6 % anzieht. Daher spricht vieles für eine Zunahme bei den Beschäftigungs- und Investitionsplänen. Konkret werden die meisten Investitionen zum Ersatz von Maschinen bzw. Geräten erfolgen.

Zuverlässiger Kreditgeber

Aufgrund der verbesserten Rahmenbedingungen wird sicher auch die Kreditnachfrage des Unternehmenssektors angeregt. Hier sind die bayerischen Sparkassen der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Finanzierung von Investitionen geht. Bereits heute ist die Sparkassen-Finanzgruppe mit einem Marktanteil von knapp 40 % bei Krediten an Unternehmen und Selbständige mit deutlichem Abstand der Finanzierungspartner Nr. 1 der mittelständischen Wirtschaft. Diese Spitzenposition resultiert aus jahrzehntelangen Erfahrungen und hoher Kompetenz der Firmenkundenberater sowie aus der Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Auch in der Zukunft wird sich daran nichts ändern, denn die Sparkassen haben bei den Finanzierungen noch "Luft nach oben", so dass auf dieser Seite definitiv kein Engpass besteht. Die Sparkassen werden den Mittelstand weiterhin zuverlässig mit frischem Kapital für seine Investitionen versorgen.

Stärkste Kraft in Bayern

Ein besonderes Plus im Rahmen der Finanzierung ist die Berücksichtigung von öffentlichen Förderprogrammen der Förderinstitute KfW, LfA Förderbank Bayern und Landwirtschaftliche Rentenbank. Bei der Vergabe von zinsgünstigen Förderkrediten ist die Sparkassen-Finanzgruppe die stärkste Kraft in Bayern. Gemeinsam mit der BayernLB wurden von den Sparkassen im vergangenen Jahr Darlehen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von mehr als 2,9 Mrd. Euro vergeben. Sie erreichten damit einen Marktanteil von nahezu 36 % und verteidigten ihre führende Position im Fördermittelgeschäft. Unternehmen können von den vielfältigen Programmen der Förderbanken erheblich profitieren. Insbesondere für Investitionen, die auf die Entwicklung von Innovationen in Unternehmen oder auf einen sparsamen Energieverbrauch abzielen, sind attraktive Fördermöglichkeiten verfügbar. Es lohnt sich, die Förderfähigkeit von den Spezialisten der Sparkassen und der BayernLB prüfen zu lassen.

Wettbewerb um Talente

Trotz der optimistischen Daten bei der Beschäftigung darf nicht verkannt werden, dass das Arbeitskräftepotenzial hierzulande bereits stark ausgereizt ist. Vielen Unternehmen fällt es schwer, offene Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Egal ob Ingenieure, Handwerker oder Pflegepersonal - der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen bereits heute Realität. Eine Untersuchung von Ernst & Young besagt, dass jeder zweite Mittelständler über Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels klagt. Die Firmen drohen Wachstumschancen zu verpassen, weil sie Aufträge nicht mehr annehmen können.

Um wettbewerbsfähig zu sein, müssen die Firmen mehr denn je an einer langfristigen Personalstrategie arbeiten, damit sie ihren Personalbedarf decken können. Im Wettbewerb um Talente und Fachkräfte gilt es, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Und das setzt bereits bei den vorhandenen Mitarbeitern an: Sie sind wertvoll, da sie das Unternehmen bestens kennen und umfangreiches Wissen aufgebaut haben. Gerade deshalb lohnt es sich, diese Mitarbeiter an die Firma - im positiven Sinne - zu binden.

Neben einer motivierenden Unternehmenskultur und einer attraktiven Entlohnung braucht es neue Konzepte und einen kreativen Mix an Maßnahmen, um gute Fachkräfte zu bekommen und im Unternehmen zu halten. Dazu gehören beispielsweise Karriereperspektiven, Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeitmodelle, interne Bildungsangebote usw.

Die Sparkassen bieten den mittelständischen Unternehmen ebenfalls Lösungen an, damit sie für ihre Mitarbeiter attraktiv sind: Von der betrieblichen Altersversorgung und Krankenversicherung über Flottenleasing bis hin zu Zeitwertkonten reicht die Produktpalette. Damit können sich die Mittelständler als modernes, attraktives Unternehmen für ihre Fachkräfte positionieren.

Passgenaue Lösungen

Um sich im Wettbewerb behaupten zu können, sind gerade kleine und mittlere Unternehmen auf verlässliche Finanzpartner angewiesen, die die Kreditversorgung sicherstellen und vor Ort passgenaue Finanzierungslösungen anbieten. Dabei haben die Sparkassen eine Schlüsselposition inne: Drei von vier Unternehmen in Deutschland vertrauen als Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe. Und das aus gutem Grund, denn die Beratung und Finanzierung der mittelständischen Wirtschaft gehört zum Kern der Geschäftspolitik der Sparkassen. Dabei kommen den Sparkassen ihre traditionellen Stärken zugute: die genaue Kenntnis ihrer Kunden und deren persönlicher Situation sowie eine flächendeckende Präsenz in allen Regionen.

Allein im Jahr 2013 haben die 71 bayerischen Sparkassen 11,4 Mrd. Euro neue Darlehen an Unternehmen und Selbständige zugesagt. Der Gesamtkreditbestand im Segment "Unternehmen und Selbstständige" wuchs damit seit Jahresbeginn 2013 um 1,9 %; die Nachfrage nach mittel- und langfristigen Krediten ist ungebrochen. Die Sparkassen finanzieren damit nachhaltig und zukunftsorientiert Investitionen, Arbeitsplätze und nicht zuletzt die Energiewende in den Regionen Bayerns.

Derzeit belastet allerdings neben der Niedrigzinsphase die internationale Finanzmarktregulierung die Arbeit der regionalen Sparkassen. Denn die neue europäische Regulatorik differenziert oft nicht adäquat nach Geschäftsmodellen und Risikoprofilen der unterschiedlichen Bankengruppen. Dies trifft die kleinen und mittleren Sparkassen, die traditionell im regionalen Mittelstandsgeschäft engagiert sind, besonders hart. Hier ist die Politik gefordert, um die erfolgreiche Mittelstandsfinanzierung, ein Kernelement der guten wirtschaftlichen Entwicklung, nicht zu gefährden.

Aufschwung 2014

Das Jahr 2014 wird nach mehreren Krisen - Subprime-Krise, Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise und Staatsschuldenkrise - ein entscheidendes Jahr. Ziel muss sein, auf einen stabilen Wachstumspfad zurückzukehren. Der Schlüssel liegt in einer stärkeren Investitionstätigkeit in Deutschland und in Europa.

Die bayerischen Sparkassen sehen sich auch 2014 wieder als ersten und wichtigsten Partner der Unternehmen. Sie sind die Experten für die Besonderheiten des Mittelstands und begleiten die Unternehmen dynamisch in die Aufschwungphase, so dass einer Investitionstätigkeit nichts mehr im Wege steht.


Von Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern und Roland Schmautz, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern

Um den Text im Original zu lesen, klicken Sie hier...

weitere Börsen-Zeitung-News

Das könnte Sie auch interessieren


Kurs zu EURO STOXX 50 Index

  • 3.152,68 Pkt.
  • -0,70%
28.07.2014, 16:07, außerbörslich

Weitere Werte aus dem Artikel

IBEX 10.826,00 Pkt.-0,57%
MIB 20.862,93 Pkt.-0,95%

Zugehörige Derivate auf EURO STOXX 50 (54.782)

Derivate-Wissen

Mit Kapitalschutz in den "EURO STOXX 50" investieren?

Mit Garantiezertifikaten können Sie ohne Risiko in den "EURO STOXX 50" investieren.

Erfahren Sie mehr zu Garantie-Zertifikaten