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E.ON als neue Krisen-Fluchtburg?

Das letzte Jahr war für die hiesigen Versorger eine mittlere Katastrophe. Die rasante Kehrtwende in der deutschen Atompolitik und neue Abgaben bescherten den Anbietern Einbußen in Milliardenhöhe. Branchenprimus E.ON hatte zusätzlich mit Problemen in der Gassparte zu kämpfen, deren Profitabilität unter einem kräftig gefallenen Spotmarktpreis zu leiden hatte.

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Das Management hat darauf mit einer umfassenden Restrukturierung reagiert, die die Kosten des Konzerns deutlich senken soll. Außerdem intensiviert das Unternehmen - endlich - auch die Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Gerade deren Siegeszug hatte die Düsseldorfer zusätzlich unter Druck gesetzt, doch langsam dreht der Wind. Bislang führte die wachsende Stromproduktion aus Wind und Sonne zu einer sinkenden Auslastung der Gaskraftwerke, da der Strom aus regenerativen Quellen Vorrang hat. Mittlerweile droht aber E.ON glaubhaft mit der Abschaltung unrentabler Einheiten, was die Netzbetreiber alarmiert. Denn nach dem Betriebsende zahlreicher Atommeiler sind die Sicherheitsreserven ohnehin stark gesunken, für den Ausgleich der schwankenden Produktion aus Erneuerbaren Energien sind Gaskraftwerke nun essentiell notwendig. Dem Staat bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Versorgern nun entgegen zu kommen, was sich positiv auf die Geschäftsentwicklung von E.ON auswirken dürfte.

Auch erste Analysten sehen vor diesem Hintergrund auf dem aktuell niedrigen Bewertungsniveau - die Aktie weist eine Dividendenrendite von 7 Prozent auf - langsam eine attraktive Story, so etwa kürzlich BofA Merrill Lynch. Darüber hinaus könnten die Anleger angesichts der erneuten Zuspitzung der Eurokrise Versorger nun als Fluchtburg suchen, worauf der Performancevorsprung gegenüber dem DAX in den letzten zwei Wochen hinweist.

Autor: Holger Steffen

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