In den Wochen seit Mitte Juni gehörte die Aktie von ThyssenKrupp zu den größten Gewinnern im DAX. In Reaktion auf die vorangegangenen Verluste, als sich der Kurs seit August 2011 mehr als gedrittelt hatte, legte sie um fast 30 Prozent zu. Trotz der weiterhin schwachen Konjunkturaussichten sehen mehrere Analysten weiter eine große Kurschance.
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So wurde die ThyssenKrupp-Aktie seit Anfang Juli bereits drei Mal zum Kauf empfohlen, mit hohen Kurszielen, die wie das von Credite Suisse um bis zu 70 Prozent über dem derzeitigen Niveau liegen. Begründet wird dies unter anderem mit der im Sektorvergleich günstigen Bewertung und den niedrigen Erwartungen, die eine positive Überraschung bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Geschäftsquartal möglich machen. Auch die Tatsache, dass der Finanzvorstand beim Kurs von 13,25 Euro über 200 Tsd. Euro in ThyssenKrupp-Aktien investiert hat, wird dahingehend gedeutet.
Allerdings stellt sich die Frage, wie weit die Erholung gehen kann. Denn anders als bei vielen anderen konjunktursensiblen Titeln ist die schwache wirtschaftliche Dynamik bei ThyssenKrupp nur ein Teil des Problems, und zwar der kleinere Teil. Entscheidend für die weiteren Perspektiven ist vielmehr, wie das Desaster um das brasilianische Stahlwerk gelöst wird. Hierzu gab es in den letzten Wochen zwar mehrere Spekulationen über mögliche Interessenten, bis aber der Verkauf tatsächlich vollzogen ist, dürfte noch viel Zeit vergehen. Und bis dahin produziert der Standort an der Bucht von Sepetiba weiterhin hohe Verluste.
Anleger, die auf die Karte ThyssenKrupp setzen, brauchen deswegen weiter starke Nerven.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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