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Presse: Sieben EZB-Ratsmitglieder gegen Anleihekäufe

dpa-AFX
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, kämpft laut einem Bericht von 'La Repubblica' mit notenbankinternen Widerständen gegen radikale Maßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise. So gebe es neben Bundesbankpräsident Jens Weidmann sechs weitere Mitglieder im EZB-Rat, die gegen großangelegte Staatsanleihekäufe seien, schreibt die italienische Tageszeitung am Donnerstag ohne Quellen zu nennen. Auch die Vertreter von Österreich, den Niederlanden, Luxemburg, Finnland, Estland und das deutsche Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sollen sich gegen die Vorschläge von Draghi aussprechen. Zudem gebe es mit den Vertretern von Belgien, der Slowakei sowie von EZB-Vizepräsident Vitor Constancio und Chefvolkswirt Peter Praet vier noch unentschlossene Mitglieder, berichtet die Zeitung. Eindeutig für die Vorschläge des Präsidenten seien die Notenbankchefs von Slowenien, Italien, Irland, Griechenland, Zypern, Frankreich, Portugal, Malta, Spanien sowie das französische Direktoriumsmitglied Benoit Coeure. Es ergäben sich also elf Befürworter, sieben Gegner und vier Unentschlossene. Draghi versucht laut dem Bericht, in diesem schwierigen Voraussetzungen einen Konsens herzustellen. Eine offene Konfrontation sei jedoch unvermeidbar. Als Folge könnten die EZB-Maßnahmen weniger radikal ausfallen, als von Draghi gewünscht. Draghi hatte vor einer Woche versprochen alles zu tun, um den Euro zu retten. 'Und glauben Sie mir - es wird ausreichen', sagte der EZB-Chef bei einer Rede in London und schürte damit große Erwartungen an den Märkten. Laut einem Bericht der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' (Donnerstagausgabe) waren die Aussagen von Draghi aber nicht unter den EZB-Notenbankern abgesprochen. Bundesbankpräsident Weidmann habe sich überrumpelt gefühlt und auch die anderen 16 Notenbankchefs seien nicht vorgewarnt gewesen. Laut einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' plant die Draghi eine gemeinsame Aktion mit dem künftigen Rettungsschirm ESM, der Käufe von spanischen und italienischen Staatsanleihen vorsieht. Allerdings dürfte die EZB dem Bericht zufolge an diesem Donnerstag noch keine Anleihekäufe ankündigen. Wahrscheinlicher sei, dass Draghi seine Aussagen aus der vergangenen Woche konkretisiere. /jsl

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