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ROUNDUP 2: Agrarhändler Agravis stockt Kasse für weiteren Expansionskurs auf

dpa-AFX

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Nach neuen Höchstwerten bei Umsatz und Ergebnis in 2013 wappnet sich Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis durch eine breitere Finanzstruktur für seinen weiteren Wachstumskurs. Die Ausgabe von Genussscheinen und eine Aufstockung des Eigenkapitals sollen auch die angepeilte Expansion durch Übernahmen absichern. Auf der Hauptversammlung der Agravis Raiffeisen AG in Wolfsburg gab sich der Vorstand am Mittwoch vorsichtig optimistisch fürs Geschäftsjahr 2014. Der Umsatz in den ersten vier Monaten lag trotz schärfer werdenden Wettbewerbs mit 2,4 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, das Vorsteuerergebnis deutlich über dem Vorjahreswert.

Fürs gesamte Geschäftsjahr erwartet Agravis-Chef Clemens Große Frie einen Umsatz von über sieben Milliarden Euro sowie ein Vorsteuer- Ergebnis von 53 Millionen Euro - auch wenn der Geschäftsverlauf Anfang 2014 stark von dem der Vorjahre abwich. Mit Blick auf die Ukraine-Krise zum Jahresauftakt sagte er, in Russland leide das Geschäft unter Währungsturbulenzen und verlängerten Zeiten bei den Außenständen. Bei der Eigenkapitalquote will Agravis mittelfristig die 30-Prozent-Marke erreichen; beim Umsatz peilt er durch eine Kombination aus Zukäufen, organischem Wachstum und strategische Neuausrichtung bis 2017/2018 die Acht-Milliarden-Grenze an.

Als Zielgröße beim Vorsteuergewinn gilt die Marke von 80 Millionen Euro. 2013 hatte das Unternehmen den Umsatz um fast sechs Prozent auf 7,5 Milliarden Euro und das Vorsteuer-Ergebnis auf 53,2 Millionen Euro gesteigert (2012: 49,8 Millionen Euro). Dazu beigetragen hat auch die Integration neu erworbener Betriebe. Als jüngste Übernahme gab Große Frie den Erwerb des italienischen Tierarzneimittel- Herstellers Trei bekannt. "Wir werden jetzt den Kartellantrag stellen und gehen davon aus, das Unternehmen schnell integrieren zu können", sagte der Agravis-Chef. Die Akquisitionspolitik soll fortgesetzt werden, zugleich auch die Profitabilität gestärkt werden.

Zwei Agravis-Kornhäuser sollen im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung mit der Raiffeisen Westfalen Mitte eG zusammengelegt werden. Das neue Unternehmen Reiko Westfalen mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro wird 410 Mitarbeiter haben. Zudem sollen zwei Joint-Venture mit der dänischen DLA-Gruppe ausgebaut werden. Der Konzern hat 2013 seinen Ausstieg aus dem Bereich der regenerativen Energien beendet. Sie war vor allem den Unsicherheiten in der deutschen Energiepolitik geschuldet, betonte Große Frie. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde die aus Münster stammende Landwirtin Susanne Schulze-Bockeloh, sie ist die vierte Frau im Kontrollgremium.

Bei der Hauptversammlung des vor zehn Jahren aus einer Fusion entstandenen Agrarkonzerns beschlossen die Aktionäre durch eine Satzungsänderung die Schaffung von neuem Aktienkapital in Höhe von 25 Millionen Euro sowie auch die Ausgabe von Genussscheinen mit einer maximalen Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Durch sie können allein in den kommenden fünf Jahren 100 Millionen an zusätzlichem Kapital in die Kassen des Unternehmens fließen. Ein Genussschein ist eine Anlageform, die dem Erwerber kein Stimmrecht gewährt, aber Rechte am Reingewinn einer Gesellschaft einräumt.

Aus dem Bilanzgewinn der AG von 16,8 Millionen Euro für das Jahr 2013 erhalten die Anteilseigner eine Dividendenzahlung von 1,56 Euro je Aktie - das entspricht einer Dividendenrendite von 6,1 Prozent. Nach Agravis-Angaben stieg die Aktie des Konzerns in den zehn Jahren seines Bestehens im Schnitt um je einen Euro pro Jahr auf 37 Euro. Das Eigenkapital wurde um 29 Millionen auf 424 Euro aufgestockt./rek/DP/kja

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