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ROUNDUP 2: Bilfinger baut kräftig um - Zwei Sparten und Konzentration auf Europa

dpa-AFX

(Aussagen aus der Pressekonferenz, Analystenstimmen)

MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will mit einem harten Umbau aus der Krise kommen. Zur Disposition stehen Geschäfte mit einem Leistungsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro, sagte Vorstandschef Per Utnegaard bei der Vorstellung der neuen Strategie am Donnerstag in Mannheim. So würden für die Bereiche Stahlbau, US-Industriebau und Ingenieurdienstleistungen in Asien alle Möglichkeiten inklusive eines Verkaufs geprüft. Dabei handele es sich nicht nur um Verlustbringer, erklärte Utnegaard. In den betroffenen Bereichen sind rund 9000 der rund 70 000 Mitarbeiter des Konzern beschäftigt. Nach einem Übergangsjahr 2016 soll der Konzern von 2017 an wieder wachsen.

Künftig will sich Bilfinger auf Industrie- und Immobiliendienstleistungen vor allem in Europa konzentrieren. Sie sollen mangels Synergien aber eigenständig geführt werden. Utnegaard kündigte zudem eine Konzentration auf strategische Kunden an. Mit den größten 100 Kunden erreiche Bilfinger 80 Prozent seiner Leistung. Ziel sei es, den Marktanteil in Europa zu steigern.

Besser werden soll auch der Vertrieb. Verbesserungen kündigte der Vorstandschef zudem bei internen Prozessen wie dem Forderungsmanagement an. Außerdem soll Bilfinger bei den Kosten künftig zu den Besten der Branche aufschließen. "Wir sind überzeugt, dass wir so das Vertrauen von Investoren und der Öffentlichkeit zurückgewinnen werden", sagte Utnegaard.

An der Börse kam die neue Strategie gut an. Bis zum Nachmittag legte die Aktie von Bilfinger um mehr als 2 Prozent zu. Der Baudienstleister habe die richtigen Schritte angekündigt, schrieb Analyst Craig Abbott vom Analysehaus Kepler Cheuvreux in einer Studie. Doch die Kosten des strategischen Wandels ließen sich weiterhin nur schlecht vorhersagen, bemängelte er. Von 2016 an dürfte sich die Profitabilität des Mannheimer MDax-Konzerns dennoch verbessern. Positiv hob Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank zudem hervor, dass Bilfinger an seinen 2015er-Zielen festhält.

Zuletzt war es für den Konzern steil bergab gegangen. Innerhalb eines Jahres verschreckte das Management die Aktionäre mit sechs Gewinnwarnungen. Im ersten Halbjahr kam ein Verlust von 439 Millionen Euro zusammen. Der Aktienkurs befindet sich schon seit Sommer 2014 im Sturzflug. Neue Hiobsbotschaften für das laufenden Jahr blieben nun aus. Finanzvorstand Axel Salzmann rechnet weiter mit einem Verlust von etwa 500 Millionen Euro im Konzern. Für das kommende Jahr geht er von einem besseren Ergebnis aus.

Bereits Mitte Juni hatte der Bilfinger-Chef die Reißleine gezogen und das Kraftwerksgeschäft, das 2014 noch für ein Fünftel der Konzernleistung stand, zum Verkauf gestellt. Den Verkauf der Kraftwerkssparte mit rund 11 000 Beschäftigten will Utnegaard 2016 abschließen. Der Verkaufsprozess liege im Plan, sagte der Unternehmenschef. Bilfinger führe bereits Gespräche mit Interessenten. Darunter befänden sich auch mögliche Käufer, die an der gesamten Sparte interessiert sind.

Der Konzern bestätigte die Ziele für das laufende Jahr. Demnach soll im fortgeführten Geschäft die Leistung mit 6,25 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau und das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebita) zwischen 150 und 170 Millionen Euro liegen. Konkrete Ziele für das Geschäftsjahr 2016 und Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Strategie will Utnegaard im nächsten Frühjahr bekanntgeben./mne/enl/stb

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