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ROUNDUP 3: Apple startet Verkauf neuer iPhones - Schlangen und Engpässe

dpa-AFX

(neu: Tim Cook, Apple-Statement)

BERLIN/CUPERTINO (dpa-AFX) - Der Verkauf von Apples neuen iPhone-Modellen ist am Freitag mit den üblichen Schlangen vor den Läden und Lieferengpässen gestartet. Das Top-Modell iPhone 5s war sehr schnell vergriffen, Apple sprach von einer 'unglaublichen' Nachfrage. Vor dem Berliner Apple-Store am Kurfürstendamm warteten am Morgen rund 300 Menschen, in München etwa doppelt so viele. Zum New Yorker Laden in der 5th Avenue kamen über 1400 Leute. Konzernchef Tim Cook besuchte die wartenden Fans am Geschäft im kalifornischen Palo Alto.

Viele Geschäfte bekamen Berichten enttäuschter Kaufinteressenten zufolge nur wenige 5s-Geräte zugeteilt. Auch online war das Top-Modell schnell vergriffen, es wurde nur noch eine Lieferung im Oktober versprochen. In den Läden ging laut Berichten der Vorrat von Handys in der neuen Farbe Gold besonders schnell zur Neige. Schon zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach das iPhone 5s zum Start nur in sehr begrenzten Stückzahlen verfügbar sein würde. Ein Grund sollen Engpässe beim Fingerabdruck-Sensor sein. Das etwas günstigere iPhone 5c war dagegen noch am Nachmittag bei einer Online-Bestellung in einem bis drei Tagen lieferbar.

Der allererste Käufer in Australien stand laut Medienberichten seit Donnerstagmittag an. In Tokio fanden sich rund 800 iPhone-Fans vor dem Store im Szene-Viertel Ginza ein. In China blieb es in den Läden ruhig. Seit es vor zwei Jahren beim Start des iPhone 4S Tumulte gegeben hatte, müssen sich dortige Käufer online anmelden.

Nach Deutschland kamen auch Käufer aus anderen Ländern, wo die Telefone erst später auf den Markt kommen sollen. So waren die ersten in der Schlange in Berlin ein Jugendlicher aus der Ukraine und sein Vater, die 15 Stunden mit dem Auto gefahren waren und seit Donnerstagabend bei kaltem Wetter und gelegentlichem Nieselregen ausharrten.

Apple hatte erstmals gleichzeitig zwei neue iPhone-Modelle auf den Markt gebracht. Das teurere iPhone 5s sieht äußerlich aus wie das Vorgänger-Modell, hat aber einen schnelleren Chip, eine deutlich verbesserte Kamera und einen Fingerabdruck-Scanner. Das 100 Euro billigere iPhone 5c bekam bunte Gehäuse aus Plastik. In dem Gerät ist weitgehend Technik aus dem ein Jahr alten iPhone 5 zu finden, es unterstützt aber im Gegensatz zum Vorgänger auch die LTE-Frequenzen von Vodafone und O2.

Apple verkauft das Plastik-Modell deutlich teurer als viele Experten erwartet hatten. Daher schaute die Branche mit Interesse darauf, wie groß der Ansturm auf die neuen iPhones ausfallen würde.

Den bisherigen Verkaufsrekord für ein Apple-Handy stellte vor einem Jahr das iPhone 5 auf, von dem binnen drei Tagen über fünf Millionen Stück verkauft wurden. Branchen-Analyst Gene Munster von der Investmentfirma Piper Jaffray schätzte am Freitag, dass Apple diesmal auf sechs Millionen abgesetzte Geräte am ersten Wochenende kommen könnte. Die Apple-Aktie kletterte zum Handelsstart in New York um etwa ein Prozent auf rund 477 Dollar.

Cook verteidigte zum Marktstart die Preispolitik. 'Wir hatten nie das Ziel, ein Niedrigpreis-Telefon zu bauen', sagte er dem US-Magazin 'Bloomberg Businessweek'. Apple sei nicht an Marktanteilen bei billigen Smartphones interessiert: 'Ein großer Teil des Marktes ist immer Ramsch. Wir sind nicht im Ramsch-Geschäft.' Stattdessen wolle man 'wie verrückt' um anspruchsvollere Kunden kämpfen.

Das Interview sowie ein Gespräch des Chefdesigners Jony Ive und des Software-Verantwortlichen Craig Federighi mit der Zeitung 'USA Today' waren Teil einer ungewöhnlichen Medienoffensive von Apple. Am Freitag ging es mit der neuen Offenheit weiter: Während Cook Hände in Palo Alto schüttelte, ließ sich auch Marketingchef Phil Schiller wenige Kilometer weiter vor einem anderen Apple Store blicken.

Unterdessen wurde die erste kleine Sicherheitslücke in dem neuen Betriebssystem iOS 7 bekannt, das Apple zum Start der neuen iPhones auch für ältere Geräte verfügbar machte. Man kann auch bei einem gesperrten Gerät an die Fotos gelangen, wie ein Hobby-Forscher feststellte. Allerdings sind dafür mehrere Schritte nötig, es klappt nicht auf allen Geräten und ein Nutzer kann den Zugang zu dem Kontrollzentrum auch einfach blockieren. Apple bestätigte das Problem und will es bei einem Software-Update beheben.

Hackern lässt zudem die Fingerabdruck-Erkennung im Top-Modell iPhone 5s keine Ruhe. Während Apple betont, dass alle Daten sicher seien, wurde im Internet ein Preis für denjenigen ausgeschrieben, der das System 'Touch ID' knacken könne. Apple speichert im Gerät nicht den Fingerabdruck selbst, sondern einen daraus erzeugten Code. Der Konzern versichert, dass daraus kein Fingerabdruck rekonstruiert werden könne und die verschlüsselte Zahlenkombination nur auf dem einen Gerät gelte./so/DP/he

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24.11.2014, 22:00, Nasdaq

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