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ROUNDUP: BNP Paribas stabil - Gewinnrückgang nicht so stark wie befürchtet

dpa-AFX
PARIS (dpa-AFX) - Die neuen Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben der größten französischen Bank BNP Paribas ${Stock:88701} im zweiten Quartal erstaunlich wenig ausgemacht. Der Überschuss sank zwar um 13 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Paris mitteilte. Analysten hatten aber mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Den Gewinneinbruch im Investmentbanking machten ein stabiles Privatkundengeschäft sowie ein Sondereffekt aus der Neubewertung der eigenen Schulden zu einem Großteil wett. Die Börse reagierte erleichtert. BNP-Aktien legten am Vormittag rund 1,5 Prozent zu. Beim Konkurrenten Societe Generale ${Stock:87338} war der Überschuss im zweiten Quartal vor allem wegen Abschreibungen im Auslandsgeschäft und wegen des Abbaus von Risikopositionen um 42 Prozent auf 433 Millionen Euro gesunken. Auch bei der Deutschen Bank ${Stock:81348} hatte sich der Gewinn fast halbiert. Auch bei der Kapitalausstattung steht das Institut besser da als die Deutsche Bank. Noch im vergangenen Jahr hatte BNP mit Abschreibungen von 3,2 Milliarden Euro besonders hart unter dem Schuldenschnitt für Griechenland gelitten. Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafe erklärte nun, dass das Kreditinstitut bereits Ende Juni die für systemrelevante Banken vorgesehene Eigenkapitalquote in Höhe von neun Prozent fast erreicht habe. Damit würde BNP die zukünftig strengeren Richtlinien (Basel III) erfüllen. Die Deutsche Bank tut sich damit schwerer. Sie will Ende des Jahres auf einen Wert von 7,2 Prozent kommen. BNP hatte vor einem Jahr den Schalter umgelegt und einen radikalen Abbau von Risikopositionen angekündigt. Inzwischen hat die Bank 90 Prozent des angestrebten Volumens von 79 Milliarden Euro geschafft. BNP galt wie der Konkurrent Societe Generale als eine der Banken mit dem höchsten Risiko in den europäischen Schuldenstaaten und wurde dafür vor allem im vergangenen Sommer an den Finanzmärkten misstrauisch beäugt. Geldmarktfonds zögerten, der Bank US-Dollar zu leihen. Vor diesem Hintergrund dampfte BNP das Dollar-Geschäft ein. Zudem streicht BNP 1.400 Stellen im Investmentbanking, wo nun auch die Deutsche Bank härter als bislang sparen will. Der Vorsteuergewinn der Sparte brach im zweiten Quartal um 40 Prozent auf 821 Millionen Euro ein. Dagegen legte das Privatkundengeschäft trotz eines Rückgangs im für BNP wichtigen italienischen Markt um 0,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Viele Analysten sorgen sich derzeit vor allem um den Liquiditätsbedarf des BNP-Geschäfts in Spanien und Italien. Zuletzt war von einem Finanzierungsloch in Höhe von 40 Milliarden Euro die Rede. BNP-Chef Bonnafe räumte ein, dass der Konzern der italienischen Tochter Banca Nazionale del Lavoro (BNL) mit 18 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen habe. Dies aber sei kein Grund zur Sorge: 'Wir haben keine Finanzierungslücken.' Zudem sei BNL profitabel./enl/fbr/kja

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