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ROUNDUP/Conti-Chef: Abgas-Affäre kostet vor allem international Vertrauen

dpa-AFX

BERLIN/HANNOVER (dpa-AFX) - Continental-Chef Elmar Degenhart sieht angesichts der Abgas-Affäre bei VW Auswirkungen auf die gesamte Branche. "Ohne Zweifel wird dadurch der Ruf der deutschen Automobilindustrie zunächst einmal in Mitleidenschaft gezogen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers bei einem Redaktionsbesuch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Da wird Vertrauen verloren gehen - insbesondere bei internationalen Kunden." Allerdings sei es noch zu früh, über Auswirkungen für die Verkäufe der Autobauer zu spekulieren.

Eine Gefahr für die Strahlkraft der gesamten deutschen Industrie sieht Degenhart nicht. "Daraus zu konstruieren, dass für "Made in Germany" Schaden entsteht, halte ich für übertrieben."

VW hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dem Konzern drohen Milliardenkosten wegen Klagen und Strafzahlungen.

Continental hat an VW Software geliefert, ein Sprecher hatte aber bereits betont: "Die Software, so wie wir sie geliefert haben, war nicht in der Lage, Abgaswerte zu manipulieren."

Der Conti-Chef sagte, am ehesten könnten wohl Autokäufer in der VW-Heimat Deutschland den Wolfsburgern die Verfehlungen verzeihen. "Hier im eigenen Lande sind die Kunden näher am Thema dran, zeigen hohe Marken-Loyalität und sind daher vielleicht auch eher bereit, Fehler zu vergeben."

Der Lenker des Dax -Konzerns betonte: "In der Krise zählen Offenheit und Transparenz. Das ist insbesondere das, was die Kunden erwarten. Nur so kann verlorenes Vertrauen wieder zurückgewonnen werden."

Zuversichtlich ist Degenhart bei den Aussichten für den weltgrößten Automarkt China, der zuletzt an Fahrt verloren hatte. "Wir können derzeit in Chinas wirtschaftlicher Entwicklung nichts Dramatisches oder Außergewöhnliches erkennen. Uns ist immer bewusst gewesen: das bisherige, weit überdurchschnittliche Wachstum ist nicht auf alle Zeiten durchzuhalten." Die derzeitige Situation spiegele daher in seinen Augen die dortige "neue Normalität" wider. "Wir glauben nach wie vor an China. Für Continental bieten sich dort weiterhin sehr große Wachstumschancen", sagte Degenhart.

Für die Autobauer und deren Zulieferer werde sich bei den Geschäften im Reich der Mitte der Zuwachs von einem vorrangigen Volumenwachstum auf eine Kombination aus Volumenplus und Wertzuwachs verschieben. Degenhart erläuterte dazu: "Der Preis eines durchschnittlichen chinesischen Pkw ist etwa halb so hoch wie bei einem westlichen Pkw. Da ist also noch viel Luft nach oben. Der Wert pro Fahrzeug wird über die nächsten zehn Jahre kontinuierlich anwachsen." Chinas wachsende Mittelschicht dürfte ein Garant für stetiges Tempo sein./loh/DP/zb

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