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ROUNDUP: Sanofi mit Gewinnrückgang - Generika und Europageschäft belasten

PARIS (dpa-AFX) - Umsatzeinbrüche bei bisherigen Kassenschlagern und geringere Erlöse in Europa und den USA haben dem französischen Pharmakonzern Sanofi im ersten Quartal zugesetzt. Unter dem Strich sank der Gewinn auf 1,0 Milliarden Euro, wie der im EuroStoxx 50 -Index notierte Arzneimittelhersteller am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres standen noch 1,8 Milliarden Euro in den Büchern. Die Börse reagierte verschnupft, denn die Franzosen verfehlten die Erwartungen des Marktes: Am Vormittag gaben Sanofi-Titel zeitweise 1,51 Prozent nach und waren damit Schlusslicht im EuroStoxx 50.

Konzernchef Christopher Viehbacher sieht sich dennoch mit der strikten Kostenkontrolle und dem Ausbau von Wachstumsfeldern wie dem Diabetesgeschäft gut aufgestellt, um die Umsatzausfälle durch die Konkurrenz von Generika mehr als auszugleichen. Im Vorjahr hatten in den USA neben dem Blutverdünner Plavix auch das Blutdruckmittel Avapro und das Krebsmittel Eloxatin ihren Patentschutz verloren, wodurch deren Umsatz auch im ersten Quartal deutlich nachgab.

Ohne Kosten für den Konzernumbau und Abschreibungen sackte der Überschuss im Quartal um rund ein Drittel auf 1,6 Milliarden Euro ab. Analysten hatten sich bei der Kennziffer - wie auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie (EPS) und beim Umsatz - deutlich mehr erhofft. Prozentual zweistellige Zuwächse bei dem in Frankfurt-Höchst produzierten Diabetesmittel Lantus und das anhaltende Wachstum in den Schwellenländern federten die Belastungen durch Nachahmermittel allerdings etwas ab.

Der Anteil der Wachstumsmärkte am Konzernumsatz machte im ersten Quartal fast ein Drittel und damit mehr als bei vielen Wettbewerbern aus. Dagegen wies der Konzern in Westeuropa - auch bedingt durch die staatlichen Einsparungen im Gesundheitswesen - rückläufige Umsätze aus. Neben der Entwicklung in den Schwellenländern stützte auch die Nachfrage nach Grippemitteln. Insgesamt fiel der Konzernerlös um 5,3 Prozent auf 8,06 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten durch die Abwertung des Yen und des US-Dollar gegenüber dem Euro wäre der Umsatz um 2,8 Prozent gefallen.

In der zweiten Jahreshälfte sollen die Erlöse wieder Fahrt aufnehmen, sagte Viehbacher. 'Wir werden in den kommenden Jahren den Einfluss der jüngsten Patentverluste immer weniger zu spüren bekommen.' Neben dem Diabetesgeschäft soll das zukünftige Wachstum von den Schwellenländern, dem Impfstoffgeschäft, der Biotech-Tochter Genzyme sowie von der Sparten Tiergesundheit und rezeptfreie Medikamente getragen werden.

Sanofi will nach früheren Aussagen den Umsatz bis 2015 unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten jährlich im Schnitt um mindestens fünf Prozent steigern. Für 2013 rechnet Viehbacher unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten allerdings noch mit einem Ergebnis je Aktie vor Sonderposten, das auf dem Niveau von 2012 oder bis zu fünf Prozent darunter liegen kann.

Neben den Zahlen gaben die Franzosen auch personelle Veränderungen im Vorstand mit der Berufung von Peter Guenter und Pascale Witz bekannt, die ab 1. Juli greifen sollen. Denn Mitte des Jahres geht der langjährige Vorstand Hans-Peter Spek in den Ruhestand. Als Aufsichtsratschef von Sanofi Deutschland war Spek auch für das globale Geschäft des französischen Pharmakonzerns zuständig./ep/fn/fbr

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