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ROUNDUP: SAP verschiebt für Cloud-Offensive Margenziel nach hinten

WALLDORF (dpa-AFX) - Europas größter Softwarehersteller SAP will seinen Marktanteil im Cloudgeschäft ausweiten und nimmt dafür zwischenzeitlich niedrigere Margen in Kauf. Die bislang für 2015 angepeilte operative Marge von 35 Prozent werde SAP erst im Jahr 2017 erreichen, sagte Unternehmenschef Bill McDermott am Dienstag. Es habe noch kein Unternehmen gegeben, welches den Schritt in die Software-Vermietung über das Internet gegangen wäre, ohne zwischenzeitlich bei Umsatz und Gewinn zurückzustecken, ergänzte sein Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Vorbörslich lag die Aktie im Minus. Bei Lang & Schwarz ging es vor dem Xetra-Start um 2,27 Prozent nach unten.

Auch für das laufende Jahr gibt sich der im Dax notierte Konzern vorsichtiger. Nach einem Schub des währungsbereinigten Umsatzes mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen von elf Prozent im vergangenen Jahr kündigte SAP für 2014 nur noch Zuwächse von sechs bis acht Prozent an. Damit würde eine lange Serie reißen. SAP war über mehrere Jahre stets prozentual zweistellig gewachsen. Das kräftigere Plus im Vorjahr resultierte aber auch aus der Übernahme der IT-Einkaufsplattform Ariba. Der bereinigte operative Gewinn soll 2014 dennoch zulegen - von zuletzt 5,51 Milliarden Euro auf 5,8 bis 6,0 Milliarden Euro.

CLOUD-ANTEIL AM GESAMTUMSATZ SOLL DEUTLICH STEIGEN

Der Softwarekonzern steckt in einer Übergangsphase. Während das neue Geschäft mit Softwarevermietung über das Internet (Cloud) wächst, geht der Lizenzumsatz zurück. Neben der verhaltenen Nachfrage in Asien und großen Teilen Europas liegt dies auch am Wandel der Branche. Einige Kunden bevorzugen Mietsoftware über das Internet im Vergleich zu traditionell vor Ort installierten Programmen. In der Folge stagniert oder schrumpft das Stammgeschäft mit Lizenzen.

Mit Cloud-Produkten geht es dagegen rasch aufwärts. Doch bisher hat dieses Geschäft eine deutlich niedrigere Marge. Den Cloud-Umsatz wollen die Walldorfer in den nächsten zwei Jahren auf zwei Milliarden Euro verdoppeln. 2017 soll er 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro betragen und damit seinen Anteil am Gesamtumsatz von derzeit 5 Prozent auf 15 Prozent ausbauen. Insgesamt will SAP 20 Milliarden Euro im Jahr 2015 umsetzen und zwei Jahre später mindestens 22 Milliarden Euro.

HANA UND CLOUD GLEICHEN SCHRUMPFENDES LIZENZGESCHÄFT AUS

Im vergangenen Jahr steigerte SAP den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 16,82 Milliarden Euro. Dabei litt SAP unter negativen Währungseffekten. Ohne den starken Euro wäre das Wachstum doppelt so hoch ausgefallen. Die superschnelle Datenbank Hana legte währungsbereinigt im Gesamtjahr um 69 Prozent auf 664 Millionen Euro zu. Der andere Hoffnungsträger, das Cloud-Geschäft, konnte den Umsatz mit Abonnements und Support mehr als verdoppeln. Beide zusammen glichen das schrumpfende Kerngeschäft mit Lizenzen aus. Im wichtigen vierten Quartal, in dem Unternehmen ihre IT-Budgets ausschöpfen, konnte SAP trotz seiner Wachstumstreiber nur um zwei Prozent zulegen. Das schlägt sich auch im Gesamtjahr nieder./fn/mne/stb

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17.04.2014, 22:25, Tradegate

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