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ROUNDUP: Schifffahrtskrise drückt Hapag-Lloyd noch tiefer ins Minus

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Container-Reederei Hapag-Lloyd ist wegen des anhaltenden Preiskampfs in der Branche zum Jahresstart noch tiefer in die roten Zahlen gefahren. Im typischerweise schwächsten Quartal des Jahres von Januar bis März verbuchte das Hamburger Unternehmen einen Nettoverlust von 119 Millionen Euro, der damit 27 Prozent höher ausfiel als ein Jahr zuvor. Neben erneut gesunkenen Preisen für Containertransporte zogen die Kosten für die beschlossene Fusion mit der chilenischen Konkurrentin CSAV das Ergebnis nach unten, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte.

Der Umsatz ging um rund sechs Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zurück, obwohl die Transportmenge um 5,5 Prozent auf 1,4 Millionen Standardcontainer (TEU) zunahm. Der operative Verlust wuchs um 19 Prozent auf 63 Millionen Euro.

Für die Aktie des Hapag-Großaktionärs Tui ging es nach den Neuigkeiten nach unten. Um die Mittagszeit notierte das Papier mit 1,22 Prozent im Minus bei 12,50 Euro, nachdem auch die Tui-Veranstaltersparte Tui Travel für den Winter einen höheren Verlust gemeldet hatte. Tui ist derzeit noch mit 22 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Im Zuge der Fusion und eines anschließenden Börsengangs der Reederei will der Reisekonzern bei der einstigen Tochter aussteigen. Tui will die Quartalszahlen an diesem Freitag (16. Mai) vorlegen.

Der Hapag-Vorstand führte als Hauptursache für die Verluste der Reederei neben ungünstigen Wechselkursen die niedrigen Transportpreise an. Die durchschnittliche Frachtrate ging den Angaben zufolge um 124 Dollar je Container auf 1422 Dollar zurück. Zwar habe Hapag-Lloyd auch die Kosten gesenkt, und der durchschnittliche Preis für eine Tonne Treibstoff ging von 627 auf 595 Dollar zurück. Damit sei er aber immer noch auf einem hohen Niveau, argumentierte das Unternehmen.

Trotz der Verluste sieht sich Hapag-Lloyd nicht als Problemfall. Mit einer Eigenkapitalquote von 40 Prozent und einer Liquiditätsreserve von rund 535 Millionen Euro sei das Unternehmen sicher finanziert. Durch die Integration der Containersparte von CSAV will die Reederei ihre Wettbewerbsfähigkeit noch einmal deutlich verbessern. Gegenwärtig laufen die Verfahren bei Kartellbehörden weltweit. Nach Abschluss des Verfahrens wäre Hapag-Lloyd mit rund 200 Schiffen und einer Transportkapazität von einer Million TEU die viertgrößte Containerreederei der Welt

Der scheidende Vorstandschef Michael Behrendt hofft für das Gesamtjahr weiterhin auf steigende Frachtraten. Ob dies gelinge, hänge nun von der zweiten Jahreshälfte ab./stw/egi/enl/stk

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