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Schwache Lebensversicherer: Risiko für das Finanzsystem

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Schwache Lebensversicherer: Risiko für das Finanzsystem

In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, dass der European Systemic Risk Board (ESRB) in einem noch nicht veröffentlichten Papier vor dem Einfluss kapitalschwacher Lebensversicherer auf den Finanzmarkt warnt. Die Aufseher des ESRB überwachen Entwicklungen, die das gesamte Wirtschaftssystem betreffen und sollen so zukünftige Krisen vermeiden.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ betragen die Anlagen der Lebensversicherer 53 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU. Anbieter in Deutschland, Österreich, Schweden und den Niederlanden seien nicht ausreichend geschützt, falls Kunden das Vertrauen verlören und ihre Policen kündigten. Im Fall der Fälle müssten sich die Versicherer dann von ihren Investments trennen und könnten damit andere Sektoren anstecken.

Lebensversicherer wie Allianz und Munich Re sollen daher keine Dividenden mehr von ihren Lebensversicherungstöchtern fordern, sondern das Geld zur Stärkung der eigenen Stabilität verwenden. Zudem würden die in Solvency II benannten Zinsannahmen, die wahre Höhe der Verpflichtungen der Lebensversicherer verschleiern, so die Euro-Riskmanager. Lebensversicherer könnten langfristig mit ihren Kapitalanlagen nicht risikofrei vier Prozent pro Jahr verdienen.

Die Deutsche Bundesbank stellte den deutschen Lebensversicherungsgesellschaften bereits 2014 ein durchwachsenes Zeugnis aus. Bei einer länger anhaltenden Niedrigzinsphase würden selbst in einem milden Szenario bis 2023 bereits 12 Lebensversicherer nicht mehr die notwendigen Eigenmittel vorweisen, um das Geschäft betreiben zu können. Bereits damals schlug die Zentralbank Handlungsoptionen wie den Verzicht auf Ausschüttungen an Aktionäre oder die Eigenkapitalaufnahme am Markt vor. Zudem könnten Produkte ohne Garantieverzinsung angeboten werden.

(TL)

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