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Seltene Erden werden noch wichtiger für deutsche Industrie

Von Jan-Henrik Petermann, dpa

Berlin/Hannover (dpa) - Ohne sie gäbe es keine Computerchips, Windkraftanlagen oder Assistenzsysteme im Auto: Die Seltenen Erden stecken in vielen Hightech-Produkten. Auch deutsche Konzerne sind von den kostbaren Metallen abhängig.

Doch launische Märkte und eine hohe Weltnachfrage dürften sie weiterhin knapp halten, schätzen Experten der Deutschen Rohstoffagentur (DERA).

«Die Gesamtentwicklung war sehr turbulent», sagte DERA-Chef Peter Buchholz der Nachrichtenagentur dpa im Rückblick auf das Jahr 2013. Zwischen 2006 und 2011 seien die Preise für einzelne Seltene Erden wie Dysprosium um das Vierzigfache gestiegen - von 60 auf 2400 US-Dollar pro Kilogramm.

Bei Lanthan und Cer habe es in diesem Zeitraum sogar eine Versechzigfachung gegeben. Zwar sei das Niveau bei vielen der Spezialmetalle seit 2012 wieder stark eingebrochen. Ob dieser Trend 2014 anhalten werde, sei aber noch nicht abzusehen.

«Bei den leichten Seltenen Erden sind zwei neue Lagerstätten in den USA und in Australien erschlossen worden, die die chinesischen Kapazitäten ergänzen», berichtete Buchholz. «Hier werden die Preise sicherlich nicht massiv steigen. Aber bei den schweren Seltenen Erden gibt es weiter das Problem, dass wir mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien langfristig ein Angebotsdefizit bekommen dürften.» Preisgipfel wie 2011 dürfte es 2014 dennoch nicht geben.

Das Ausmaß der Schwankungen sei in der Gruppe der Seltenen Erden mit ihren 16 Einzelelementen einzigartig. «Wir haben in den letzten fünf Jahren zwar auch beim Eisenerz und bei anderen Metallrohstoffen hohe Volatilitäten gesehen. Jedoch waren die Sprünge nirgendwo so ausgeprägt wie bei den Seltenen Erden», erklärte Buchholz. Treiber der Preiskapriolen sei die enorm gestiegene Nachfrage nach dem Einsatz der Metalle in Windkraftanlagen und der Elektromobilität - «und zwar nicht nur die reale, sondern auch die spekulative. Dieser Hype hat zu einer regelrechten Panikreaktion an den Märkten geführt.»

Die USA, die EU und Japan hatten bereits 2012 den Haupterzeuger China wegen Exportbeschränkungen vor der Welthandelsorganisation verklagt. Inzwischen sagte Peking zu, seine Ausfuhrquoten zu erhöhen.

Anstrengungen, Lagerstätten auch anderswo zu erschließen, könnten die Lage durchaus entschärfen, meinte Buchholz. «Da aber vor kurzem die Preise eingeknickt sind, liegen viele Erkundungen auf Eis. Dennoch sollten Unternehmen versuchen, den Aufbau von Bergwerken wie in Kanada, Australien oder Südafrika zu unterstützen, um das Feld nicht den Chinesen zu überlassen.» Auch neue Recycling-Verfahren könnten die verfügbare Menge an Seltenen Erden erhöhen: «Jede Tonne, die wieder aufbereitet werden kann, entlastet die Primärmärkte.»

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