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Timing an der Börse ist nicht alles

Der OnVista-Börsenfuchs
Timing an der Börse ist nicht alles

Hallo Leute! Privatanleger sind oft ängstlich (wenn sie nicht gerade gierig sind), weil sie das Gefühl haben, einen wichtigen - den angeblich richtigen - Zeitpunkt zu verpassen. Das gilt für den Einstieg an der Börse wie für den Ausstieg, das bezieht sich mitunter aber auch auf trendbestimmende Entwicklungen. Und die größte Angst ist bei vielen der Crash. Immer wieder werde ich gefragt, ob der jetzt oder später droht und was man vorsichtshalber machen sollte. Fortgeschrittene Aktienanleger haben natürlich schon von der Expertenthese gehört: Timing ist alles an der Börse. Nö, stimmt nicht.

Vergangene Woche gab es (übrigens auch für die Profis) gleich diverse Timing-Fragzeichen. Wichtige Ereignisse standen auf der Tagesordnung, die Spuren in den Kursen hätten hinterlassen können. Aber der Zinsschritt der Ami-Notenbank war ja eingepreist. Etwas anders war der Ausgang der Holland-Wahlen, der sorgte in Europa für Erleichterung. Denn der Siegeszug der Rechtspopulisten hat sich erst einmal nicht fortgesetzt. Das Aufatmen am Aktienmarkt blieb aber leise. Klare Ansage: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Marktteilnehmer können sich jetzt ganz auf den nächsten Höhepunkt im europäischen „Super-Wahljahr“ konzentrieren: Die erste Runde der französischen Präsidentenwahl am 23. April - sie gilt sowieso als wichtiger.

In diesem Sinne könnte man auch sagen „Nach dem Fed-Zinsschritt ist vor dem Fed-Zinsschritt“. Längst analysieren Analysten, wie es in diesem und nächsten Jahr in Ami-Land weitergeht (wie viele Zinsschritte und wann?). Gleichzeitig gibt es durch die US-Vorgaben neuen Stoff für die EZB-Meckerer - Volkswirte, die Super-Mario immer lauter verbal unter Druck setzen, endlich die europäische Zinswende zumindest zu signalisieren. Und wenn die kommt, was heißt das dann für die Anleger?

Weitere Themen unter vermeintlichem Zeitdruck: Schnell noch an der Wall Street einsteigen wegen Trumponomics? Deutsche Aktien kaufen, weil bald neuer historischer Höchststand des Dax angegangen wird? Oder flugs erst mal raus, weil Sentiment-Indikatoren vor empfindlichen Kursrückschlägen warnen?

Ich vereinfache jetzt mal das „Timing-Problem“, meine Freunde: Je kürzer und einseitiger man anlegt, umso mehr kommt es tatsächlich auch auf den Zeitpunkt an. Positiv ausgedrückt: Langfristige Sparpläne auf Aktien oder Aktienfonds verringern das Risiko, einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Schmerzliche Crash-Folgen schließt derjenige aus, der grundsätzlich mit Absicherung seiner Positionen arbeitet (Stop-loss-Orders, Optionen). Übrigens sind die Kosten der Absicherung über Optionen derzeit extrem niedrig, weil die Volatilität so gering ist (anders als von Experten erwartet). Und wer stets ausreichend Liquidität hält, um bei passender Gelegenheit zuschlagen zu können, und in seinem Portfolio auch andere Bausteine neben Aktien hat (Gold, ausgewählte Wandel- und Industrieanleihen, machhaltige Investments, Immobilien), schläft in aller Regel besser.

Meine Empfehlung: Möglichst nicht nervös-hektisch werden, sondern cool bleiben! Und vergeudet nicht so viel Energie mit dem krampfhaften Versuch, die täglichen Bewegungen der Börsen zu kapieren (es sei denn, Ihr seid Trader). Gerade lese ich von einem Bankhaus: „Wer Qualitätsaktien zu einem fairen Preis kauft und langfristig dabei bleibt, wird zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Wer dagegen auf kurzfristiges Market-Timing setzt, wird Schiffbruch erleiden.“ Na ja, so selbstverständlich ist das auch nicht. Hier bliebe anstelle des „richtigen“ Einstiegszeitpunkts auch zu klären, was Qualität ist, was ein fairer Preis und was unter langfristig verstanden wird. Macht auf jeden Fall weiter mit, Leute!

Hinweis: Die Inhalte des „OnVista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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