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Uncle Sam gibt den Ton an - Europa kann davon lernen

Know-how und risikobereite Ka pitalgeber sind Voraussetzung für die Gründung eines Unternehmens. Beides davon findet sich in den USA, wenn es um Biotech-Investments geht. Die USA haben so ziemlich alles richtig gemacht, um der Biotech-Industrie das richtige Umfeld zu bieten. Europa kann davon lernen.

Zahlen sprechen bekanntlich eine klare Sprache. So auch in der Biotechnologie: Von 21 lancierten Biotechmedikamenten 2013 stammen 15 von Unternehmen aus den USA, und "nur" sechs wurden von europäischen Firmen entwickelt. Während in Europa Firmen der Pharmasparte wie Roche, Novartis, Sanofi oder GSK stark vertreten sind, stellen Biotech-Unternehmen, welche die kritische Größe erreicht haben, Mangelware dar.

In den achtziger Jahren wurde mit Genentech das erste Biotech-Unternehmen in den USA an die Börse gebracht. Was dann folgte, ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und sowohl auf Unternehmens- wie auch auf Investorenseite zu finden.

Es beginnt damit, dass die Medikamentenentwicklung von Natur aus ein riskantes Unterfangen ist, das sehr viel Kapital und Ressourcen über einen langen Zeitraum bindet. Im Gegenzug winken im Erfolgsfall überdurchschnittliche Renditen.

Gefragt sind neben einem großen Pool an wissenschaftlichem Know-how und Zugang zu führenden Universitäten denn auch unternehmerisches Denken sowie die Bereitschaft, als Unternehmer Risiken einzugehen. Dazu gehört auch, dass man aus fehlgeschlagenen Projekten lernt und damit seine Management-Fähigkeiten verbessert, was der gesamten Industrie zugutekommt. In der angelsächsischen Kultur ist diese Mentalität stark verankert und stellt den optimalen Nährboden für Biotech-Unternehmen dar.

Damit Investoren Vertrauen in einen Industriezweig fassen, braucht es eine kritische Masse an erfolgreichen Unternehmen. Dies wiederum bedingt Zugang zu Kapital und eine Aktienmentalität, die leider auf dem alten Kontinent vermisst wird.

Von den 59 Biotech-Initial-Public-Offerings (IPOs), die 2013 stattfanden, waren 40 in den USA. Dabei gab es auch Fälle, bei denen europäische Firmen sich in Amerika notieren ließen, wie im Fall des niederländischen Unternehmens Prosensa. Solchen Strategien liegt die Beobachtung zugrunde, dass die Kapitalmärkte in Übersee um einiges dynamischer sind und die Haltung gegenüber IPOs grundsätzlich offener.

Parallel zur Industrie hat sich ein enges und gut funktionierendes Netzwerk aus Brokern/Analysten, Investoren, Unternehmen und Wissenschaftlern entwickelt. An Healthcare-Investorenevents und großen wissenschaftlichen Konferenzen findet ein reger und beinahe institutionalisierter Gedankenaustausch und Informationsfluss statt. Dies hilft beiden Seiten. Die Investoren können die Entwicklungen besser einschätzen und bleiben dafür auch bei kleineren Rückschlägen in der Aktie investiert. Die Unternehmen profitieren so vom längerfristigen Commitment der Investoren.


Dr. Stephen Taubenfeld, Management Team BB Biotech

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