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Unternehmensberichte

Ein „Monstertunnel“ für das Klima

Die Tunnelröhre ist gewaltig: Zehn Kilometer lang mit einem Durchmesser von 12,7 Metern. Es ist warm in hundert Meter Tiefe im Felsgestein an den Niagarafällen. Die Lampen im Tunnel geben nur ein spärliches Licht. Bernhard Mitis, Ingenieur des österreichischen Baukonzerns Strabag, ist zufrieden. „Wir sind im Zeitplan. In einem Jahr wird durch diesen Tunnel Wasser zur Stromerzeugung fließen, pro Sekunde 500 Kubikmeter. Dafür garantieren wir“, erklärt der 36 Jahre alte österreichische Ingenieur. Er trägt einen Schutzhelm mit einer auffallenden Flaggenkombination: Die rot-weiße kanadische Fahne mit dem Ahornblatt geht in die rot-weiße Flagge Österreichs über.

Mitis ist Bauleiter des Milliardenprojekts, das die Strabag im Auftrag der Provinz Ontario und des Stromerzeugers Ontario Power Generation (OPG) baut: Ein Tunnel, der oberhalb der Niagarafälle Wasser des Niagara-Flusses aufnimmt und es um die Fälle herum und unter der Stadt Niagara Falls zum Sir-Adam-Beck-Kraftwerk leitet. Die Wassermenge soll pro Jahr 1,6 Milliarden Kilowatt- oder 1600 Gigawattstunden Energie liefern und den Strombedarf von 160.000 Haushalten decken.

In Kanada liegt die Verantwortung für Energiepolitik bei den Provinzen. Kanada verfügt über einen Energiemix mit Wasser, Kernkraft, Kohle, Öl und Erdgas als Hauptquellen. Erneuerbare Energien gewinnen aber an Gewicht. Ontario ist einer der Vorreiter. 2009 hatte die Provinz mit dem Green Energy Act, der an das deutsche Gesetz über erneuerbare Energien angelehnt ist, attraktive Einspeisetarife geschaffen und einen Solarboom gefördert. In Quebec ist Wasserkraft ein bedeutender Energielieferant....

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