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Aktien Frankfurt: Verluste - Spanien-Abstufung belastet, Bernanke wirkt nach

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei Erholungstagen hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag wieder nachgegeben. Marktteilnehmer nannten die Abstufung der spanischen Kreditwürdigkeit sowie die Nachwirkungen enttäuschender Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke als Belastungsfaktoren. Der Dax konnte sein frühes Minus von bis zu eineinhalb Prozent aber reduzieren und stand zuletzt 0,66 Prozent tiefer bei 6.103,62 Punkten. Etwas stützend wirkte sich gegen Mittag eine Meldung aus, wonach Spanien kurz davor stehe, Hilfe für seine Banken zu erbitten. Der MDax fiel zuletzt um 1,47 Prozent auf 10.077,90 Zähler und der TecDax verlor 0,99 Prozent auf 741,46 Punkte.

'Vor allem die Abstufung Spaniens wog am Morgen recht schwer', sagte Händler Jörg Heineke von der Investmentgesellschaft TAO Capital. Das Ausmaß der Senkung bis auf zwei Stufen über Ramsch-Niveau sei nicht erwartet worden, zudem drohten aufgrund des negativen Ausblicks weitere Abstufungen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird Spanien aber voraussichtlich noch an diesem Samstag beim Euro-Rettungsfonds EFSF einen Antrag auf Hilfe für seine kriselnden Banken stellen. Zudem wirkten enttäuschende Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke vom Vorabend am Markt noch nach. 'Seine pessimistischen Worte haben keine neuen Einsichten in die weitere Geldpolitik der Amerikaner gegeben', sagte Roger Peeters, Vorstand von Close Brothers Seydler Research.

COMMERZBANK WEIT HINTEN - VERSORGER LEGEN ZU

Gegenüber den vergangenen Handelstagen war aufgrund der wieder nachgebenden Märkte ein Favoritenwechsel zu verzeichnen. Die am Vortag kräftig gestiegenen Titel der Commerzbank gehörten postwendend mit einem Minus von 3,63 Prozent auf 1,381 Euro zu den schwächsten Dax-Werten. Laut Händlern lastete die Abstufung des spanischen Kreditratings sehr deutlich auf dem Finanzsektor, der auch europaweit unter Druck kam. Deutsche Bank fielen im Kielwasser dessen um 0,80 Prozent.

Ferner neigten die zuletzt sehr freundlichen Aktien aus dem Autosektor zur Schwäche: Die Volkswagen-Vorzüge büßten beispielsweise 2,15 Prozent ein. Die UBS hatte die Titel des Wolfsburger Autobauers am Freitag auf ihre 'Least Preferred List' aufgenommen. Auf der Gewinnerseite standen im Leitindex einige defensiv eingeschätzte Aktien: Die Papiere von Eon und RWE legten an der Spitze jeweils um etwas mehr als ein Prozent zu. Auch sie starteten damit eine Gegenbewegung, nachdem Versorger am Vortag zu den schwächsten Branchen in Europa gehört hatten.

CELESIO AN MDAX-SPITZE

Im MDax waren die Celesio-Aktien nach positiven Analystenstimmen und einer Neuordnung der Konzernstruktur ein Lichtblick. Sie zogen um 3,50 Prozent auf 11,385 Euro an. Gestützt wurden sie vor allem von Hochstufungen durch die Analysten von Cheuvreux und der WestLB. Zudem kündigte der Pharmahändler an, dass es statt bisher fünf künftig nur noch vier Unternehmensbereiche geben soll.

Sky Deutschland dagegen lagen mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent weit hinten im Index mittelgroßer Werte. Sie profitierten nicht davon, dass die Deutsche Telekom nach dem Verlust der Senderechte an den Bezahlsender ihr Fußballprogramm Liga Total aufgeben will und von einer künftigen Einspeisung der Sky-Bilder ausgeht. Deutz büßten nach einer Kurszielsenkung durch Berenberg ebenfalls über vier Prozent ein./tih/gl

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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